3. Internationales Bosnien-Herzegowina Looks Around Festival – ONLINE 11. - 18.11.2020 Bottroper Bosnien Kurzfilmfestival eine Woche Online

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Coronabedingter Ausfall unserer Aktivitäten

zum ersten Mal seit Beginn der Corona Pandemie musizierte und probte die beliebte Band „Old School Boys“ im heimischen Garten, mit dem Corona Mindestabstand.

Der 2. Vositzende unseres Vereins, Herbert Schröer lauschte den gut gelungenen Musikstücken (Dylan, Cash, Clapton, Lindenberg usw.) und bedankte sich mit einer Kiste „Flens“ für Ihre

Bereitschaft im letzten Monat ein Benefizkonzert zugunsten der sozialen Aktivitäten des Vereins Aktion-Leben und Lernen in Bosnien e. V. durchzuführen. Leider machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Aber Wolli, Klaus und Jürgen versprachen im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu starten.

Danke Jungs.

Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać Hilfstransport

Vom 04.bis 08.12. waren wir zu unserem diesjährigen dritten Hilfstransport unterwegs. Zusammen mit dem WorldBeatClub Bochum, der Bosnienhilfe Hamm, der Grenzenlose Wärme e. V.  aus Dortmund und dem Roten Kreuz Ahrweiler haben wir uns zuvor zum „Netzwerk Bosnienhilfe NRW“ zusammengeschlossen und haben einen Hilfetransport für das bosnische Rote Kreuz in Bihać vorbereitet. Von Bihać im Norden Bosniens werden die Camps in Bosanska Petrovac, Ključ und auch, das aus dem Medien bekannte, Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać.

Begonnen hat unser Transport mit dem Beladen unseres Transporters beim Roten Kreuz in Hamm. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Bottrop und Montabauer trafen wir uns dann nachts um eins in Österreich mit dem Dortmunder Fahrzeug aus unserem Konvoi.

Von Haag am Hausruck ging es dann durch die Nacht über Slowenien und Kroatien an den bosnisch-kroatischen Grenzübergang bei Izačić. Innerhalb von einer halben Stunde waren wir mit unserem Konvoi aus Kroatien ausgereist und standen somit vor der bereits bekannten Problematik, dass sich die Einreise für humanitäre Transporte in Bosnien aktuell als etwas langwieriger gestaltet. Da uns, nach Auskunft des Zolls, ein bestimmtes Papier fehlte, bei welchem es sich um eine Ladeliste in einem bestimmten Format handelte, für die unsere Ladeliste nicht reichte musste uns eine lokale Spedition diese Ladeliste ausfüllen, damit wir mit dem Material nach Bosnien einreisen durften.

 

Nach etwas über vier Stunden Wartezeit konnten wir dann die Grenze passieren und so kamen wir gut 29 Stunden nach unserer Abfahrt an unserer Unterkunft in Bihać an. Vor Ort wurde dann noch etwas umgeladen und dann ging es abends aber auch früh ins Bett.

 

 

Am Freitag stand dann das Ausladen auf dem Plan und so ging es erst zum Lagerhaus des Crveni Kriz Bihac (Rotes Kreuz Bihac) und danach zu dem kleinen Lager des SOS Team in Bihać.

 

Nach dem wir beim Crveni Kriz Bihać ausgeladen hatten, bot uns der Leiter, Selam Midzic, an, dass er uns zu dem Camp Vućjak begleiten könne, um uns dort über die Situation aufzuklären.


 

 

 

 

 

So ging es für uns über Schotterpisten ein gutes Stück raus aus Bihać zu der ehemaligen Müllhalde, auf welcher vor 177 Tagen das Camp Vućjak eröffnet wurde.

In dem Camp wohnen zu diesem Zeitpunkt ca 400-500 Geflüchtete junge, wie auch ältere Männer, vorwiegend aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Indien. Unter ihnen auch immer wieder Minderjährige. Zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, befanden sich die Bewohner des Camps bereits seit 4 Tagen im Hungerstreik, aufgrund des nahenden Winters und den unmenschlichen Zuständen in diesem Camp.

 

Man macht  sich also auf den Weg in Richtung des Camps, verlässt die Straße und fährt kilometerlange Schotterpisten auf welchen man schon immer wieder zwischendurch vereinzelte Grüppchen von Menschen sieht, die sich in Deckeln gewickelt und teils mit verdreckten Badelatschen, in Jogginghosen und dünnen Sweatshirts entweder auf dem zweistündigen Weg in die Stadt oder auf dem noch etwas längeren Rückweg befinden

Wenn man dann vor dem Camp den Wachposten passiert und man am Ende des Weges bereits die ersten Zelte erkennen kann, merkt man ein weiteres Mal, wie weit entfernt man hier von allem ist und auch ein bisschen, wie weit die politischen Entscheidungsträger*innen von dieser Realität entfernt sind. Direkt am Anfang des Camps haben die streikenden Bewohner sich versammelt und zwischen ihnen ragen Pappschilder auf, auf denen sie die EU anklagen, dass diese sich ihrer Verantwortung entzieht und die Grenzen geöffnet werden sollen damit eben niemand dort erfriert.

 Auch ist es surreal für uns, durch dieses Camp zu laufen.. als gerne Gruppe kommt man sich ein bisschen vor wie auf einer Besichtigungstour und das einem die Polizisten nicht vor der Seite weichen macht es auch nicht besser. Nur wir werden begleitet. Das Kamerateam, eines bosnischen Fernsehsenders bewegt sich frei und so steht in diesem Schlamm eine Reporterin, mit Plastiktüten um ihre Schuhen und interviewt einige der Männer, die Englisch können die jedoch teilweise bei unangenehmen kalten Temperaturen und frostigem Wind nur in komplett verdreckten Badeschlappen oder Turnschuhen dort neben ihr stehen.

 Über diesen Zelten liegt auch dauerhaft der Qualm in der Luft, welcher von den Feuern ausgeht, die die Menschen dort in ihrem Zelten anzünden. Die Gefahr eine Rauchvergiftung zu erleiden ist laut eigenen Auskünften gerade ihr kleinstes Problem und so ziehen sich immer mal wieder aus der protestierende Menge welche in die verqualmten nahestehenden Zelte zurück zum aufwärmen.

 Am hinteren Ende des Camps sieht man dann den Weg, welcher in die vermeintliche Freiheit, nach Europa, führen soll..

Text: Sebastian


Spende des Altherren Fußballvereins Lünen sowie Malerbetrieb Extra und F&S Inhaber Samir Sabanovic und seine Mitarbeiter

Malerbetrieb Extra und F&S Inhaber Samir Sabanovic und seine Mitarbeiter spendeten gemeinsam mit den Altherrenfußballern des Lüner SV fast 1.000 € für Menschen mit Behinderungen in der Einrichtung „DRIN“ die in der Stadt Fojnica, Bosnien und Herzegowina.

 

Der Bottroper Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ bringt das Geld mit anderen Hilfsgütern zu den Menschen vor Ort und wird mit Ihnen gemeinsam dringend benötigte Lebensmittel, Kleidung usw. kaufen und Ihnen direkt zukommen lassen.

 

Ein herzliches „Danke schön“ an beide Spenderguppen.

Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać Hilfstransport

Vom 04.bis 08.12. waren wir zu unserem diesjährigen dritten Hilfstransport unterwegs. Zusammen mit dem WorldBeatClub Bochum, der Bosnienhilfe Hamm, der Grenzenlose Wärme e. V.  aus Dortmund und dem Roten Kreuz Ahrweiler haben wir uns zuvor zum „Netzwerk Bosnienhilfe NRW“ zusammengeschlossen und haben einen Hilfetransport für das bosnische Rote Kreuz in Bihać vorbereitet. Von Bihać im Norden Bosniens werden die Camps in Bosanska Petrovac, Ključ und auch, das aus dem Medien bekannte, Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać.

Begonnen hat unser Transport mit dem Beladen unseres Transporters beim Roten Kreuz in Hamm. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Bottrop und Montabauer trafen wir uns dann nachts um eins in Österreich mit dem Dortmunder Fahrzeug aus unserem Konvoi.

Von Haag am Hausruck ging es dann durch die Nacht über Slowenien und Kroatien an den bosnisch-kroatischen Grenzübergang bei Izačić. Innerhalb von einer halben Stunde waren wir mit unserem Konvoi aus Kroatien ausgereist und standen somit vor der bereits bekannten Problematik, dass sich die Einreise für humanitäre Transporte in Bosnien aktuell als etwas langwieriger gestaltet. Da uns, nach Auskunft des Zolls, ein bestimmtes Papier fehlte, bei welchem es sich um eine Ladeliste in einem bestimmten Format handelte, für die unsere Ladeliste nicht reichte musste uns eine lokale Spedition diese Ladeliste ausfüllen, damit wir mit dem Material nach Bosnien einreisen durften.

 

Nach etwas über vier Stunden Wartezeit konnten wir dann die Grenze passieren und so kamen wir gut 29 Stunden nach unserer Abfahrt an unserer Unterkunft in Bihać an. Vor Ort wurde dann noch etwas umgeladen und dann ging es abends aber auch früh ins Bett.

 

 

Am Freitag stand dann das Ausladen auf dem Plan und so ging es erst zum Lagerhaus des Crveni Kriz Bihac (Rotes Kreuz Bihac) und danach zu dem kleinen Lager des SOS Team in Bihać.

 

Nach dem wir beim Crveni Kriz Bihać ausgeladen hatten, bot uns der Leiter, Selam Midzic, an, dass er uns zu dem Camp Vućjak begleiten könne, um uns dort über die Situation aufzuklären.


 

 

 

 

 

So ging es für uns über Schotterpisten ein gutes Stück raus aus Bihać zu der ehemaligen Müllhalde, auf welcher vor 177 Tagen das Camp Vućjak eröffnet wurde.

In dem Camp wohnen zu diesem Zeitpunkt ca 400-500 Geflüchtete junge, wie auch ältere Männer, vorwiegend aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Indien. Unter ihnen auch immer wieder Minderjährige. Zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, befanden sich die Bewohner des Camps bereits seit 4 Tagen im Hungerstreik, aufgrund des nahenden Winters und den unmenschlichen Zuständen in diesem Camp.

 

Man macht  sich also auf den Weg in Richtung des Camps, verlässt die Straße und fährt kilometerlange Schotterpisten auf welchen man schon immer wieder zwischendurch vereinzelte Grüppchen von Menschen sieht, die sich in Deckeln gewickelt und teils mit verdreckten Badelatschen, in Jogginghosen und dünnen Sweatshirts entweder auf dem zweistündigen Weg in die Stadt oder auf dem noch etwas längeren Rückweg befinden

Wenn man dann vor dem Camp den Wachposten passiert und man am Ende des Weges bereits die ersten Zelte erkennen kann, merkt man ein weiteres Mal, wie weit entfernt man hier von allem ist und auch ein bisschen, wie weit die politischen Entscheidungsträger*innen von dieser Realität entfernt sind. Direkt am Anfang des Camps haben die streikenden Bewohner sich versammelt und zwischen ihnen ragen Pappschilder auf, auf denen sie die EU anklagen, dass diese sich ihrer Verantwortung entzieht und die Grenzen geöffnet werden sollen damit eben niemand dort erfriert.

 Auch ist es surreal für uns, durch dieses Camp zu laufen.. als gerne Gruppe kommt man sich ein bisschen vor wie auf einer Besichtigungstour und das einem die Polizisten nicht vor der Seite weichen macht es auch nicht besser. Nur wir werden begleitet. Das Kamerateam, eines bosnischen Fernsehsenders bewegt sich frei und so steht in diesem Schlamm eine Reporterin, mit Plastiktüten um ihre Schuhen und interviewt einige der Männer, die Englisch können die jedoch teilweise bei unangenehmen kalten Temperaturen und frostigem Wind nur in komplett verdreckten Badeschlappen oder Turnschuhen dort neben ihr stehen.

 Über diesen Zelten liegt auch dauerhaft der Qualm in der Luft, welcher von den Feuern ausgeht, die die Menschen dort in ihrem Zelten anzünden. Die Gefahr eine Rauchvergiftung zu erleiden ist laut eigenen Auskünften gerade ihr kleinstes Problem und so ziehen sich immer mal wieder aus der protestierende Menge welche in die verqualmten nahestehenden Zelte zurück zum aufwärmen.

 Am hinteren Ende des Camps sieht man dann den Weg, welcher in die vermeintliche Freiheit, nach Europa, führen soll..

Text: Sebastian


BIH Looksaround Filmfestival 2019

Das 2. Bottroper Filmfestival ist erfolgreich zu Ende gegangen.

Wir danken allen Mitwirkenden, Der Jury, den Vereinsmirgliedern, und allen die daran mitgewirkt haben für ihre unermütliche Hilfe.

Unser Dank geht natürlich auch an die Gäste, ohne die ein Festival nicht erfolgreich stattfinden kann.

Die Jury hat es sich nicht leicht gemacht hat aber dann die folgenden Filme ausgezeichnet:

Der Hauptpreis geht an den Film "Third Kind", Griechenland, Kroatien 2018 von Yorgos Zois

Zusammenfassung

Die Erde ist seit langem verlassen und die Menschheit hat Zuflucht im Weltraum gefunden. Drei Archäologen kehren zur Erde zurück, um den Ursprung eines mysteriösen Fünf-Ton-Signals zu untersuchen.

Jurystatement
Der Regisseur hat vor allem eines geschaffen: einen Film mit beeindruckenden Bildern, die man so schnell nicht vergisst. Bilder, die ins Kino wollen, auf die große Leinwand. Was auf den ersten Blick wie eine Hommage an Steven Spielbergs Science Fiction Klassiker „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ daher kommt, entpuppt sich im Laufe des Films als ein hochaktueller Blick auf die Welt. Denn bald schon eröffnen sich neue Dimensionen: Die Geschichte der drei Archäologen, die einem akustischen Signal auf die verlassene Erde folgen, verwandelt sich von einer Dystopie des zerstörten Planeten zu einem teilweise dokumentarischen Blick auf die Situation der Geflüchteten in einem Athener Camp, beziehungsweise dem, was in einem verlassenen Flughafengebäude davon noch übrig ist. Dabei gelingt es Yorgos Zois virtuos, seine Auseinandersetzung mit den Geflüchteten visuell ansprechend, berührend und beängstigend gleichermaßen zu inszenieren, ohne voyeuristisch zu werden. Verschiedene Genres treffen hier aufeinander, bildlich brilliant umgesetzt, überraschend vielschichtig und mit original Fundstücken aus dem Camp ausgestattet. Ein Meisterwerk, das lange nachhallt.

Der Preis für die Kategorie Feingefühl geht an "Breath", Bosnien Herzegowina 2018, Regie: Ermin Bravo

Zusammenfassung
Igor arbeitet in einem Hospiz, in dem Edita behandelt wird. Aus einer zufälligen Begegnung entfaltet sich eine ungewöhnliche Beziehung. Ohne Worte werden sich zwei Individuen erkennen und verändern. Was passiert, wenn du die letzten Momente deines Lebens mit einem Fremden teilst?

Aus dem Jurystatement

Ein Film, der ohne Worte, aber mit unheimlich starken Bildern das immer noch fast als Tabu behandelte Thema „Jüngerer Mann fühlt sich zu viel älterer Frau hingezogen“ behandelt, die zudem in einem Hospiz lebt.

Der Preis für die Kategorie "Überraschung" geht an "The last wel" Kroatien 2018, Regie: Filip Filkovic

Zusammenfassung
Wir schreiben das Jahr 2037, Europa liegt in Trümmern. Der Besitzer des letzten Brunnens mit natürlichem sauberem Wasser lebt in Kroatien. Nachdem einer seiner Wasserverkäufe in einem Blutbad endet, wird er Ersatzvater und Ehemann. Als schließlich auch sein Brunnen austrocknet, macht er noch ein letztes Geschäft.

Jurystatement
In der Kategorie „Überraschung“ zeichnet die Jury "The Last Well" (Kroatien 2018, Regie: Filip Filkovic, 20 Minuten) aus. In technischer und schauspielerischer Brillianz bekommen wir einen Science-Fiction-Thriller präsentiert, der auf überzeugende Weise eine Dystopie darstellt, in der die natürlichen Ressource Wasser im Jahr 2037 zu einem dramatisch umkämpften Gut wurde. Eine Überraschung war der Film für die Jury vor allem dahingehend, dass man zu diesem Thema vielleicht eher einen Dokumentarfilm erwarten würde, der gespickt mit Informationen den ökonomischen Ausverkauf und die globale Verschmutzung der natürlichen Ressource Wasser erörtert. Der dokumentarische Teil am Ende des dreiteiligen Kurzfilms fehlt wohlweislich nicht. Aber der einleitende Werbetrailer für ein mit künstlichen Additiven angereichertes in Plastikflaschen abgefülltes Wasser und der überzeugend inszenierte Hauptteil, lassen in kürzester Zeit eine fiktionale Welt entstehen, in der überdeutlich wird, welche zwischenmenschliche Dramatik entstehen kann, wenn wir dem Markt und einschlägigen Großkonzernen freien Lauf dabei lassen, die Trinkwasserquellen auf der ganzen Welt aufzukaufen und für ihre ökonomische Interessen auszubeuten. Die im Film eskalierende Gewalt zeigt einen sich verschärfenden und emotional packenden Überlebenskampf, der im Film absichtsvoll überzogen wird, um darzustellen, dass sich soziale und politische Konflikte um natürliche Ressourcen in einer nahen Zukunft, sei es im Jahr 2037 oder zu einem späteren Zeitpunkt, verschärfen, wenn wir dem nicht früh genug entgegenwirken.

Der Reis für die Kategorie "Zukunft" geht an "The children will come",Nord-Mazedonien 2017, Regie: Ana Jakimska

Zusammenfassung
Velika, eine junge Lehrerin, wird in ein abgelegenes Dorf in den Bergen geschickt, um die Kinder, die dort leben, zu unterrichten. Der Winter ist jedoch kalt und lang, und die Kinder lassen sich nicht blicken. Stattdessen trifft Velika auf eine alte Dame, die sie auf den Weg der Selbstfindung führt.

Aus dem Jurystatement
Eine  zeitlos wirkende und hoffnungstragende Geschichte. Viele Kinder auf der Welt, u. a. auch in verlassenen Dörfern Balkans warten auf jemanden, der die Verantwortung übernimmt und die Möglichkeiten schafft... Auf jemanden, der das Feuer im Ofen anzündet...

Benefizkonzert Gerard Viel Chanteur de Sorrettes

Gérard Viel: Benefizkonzert im Passmanns Bottrop


„Französische Volksmusik, modern arrangiert und interpretiert“, so sieht der 61 -jährige Musiker aus der Normandie selbst seine Musik.                                                                

In einem Benefizkonzert am 29.10.19 um 20.00 Uhr in der Kulturkneipe Passmanns, Kirchhellener Straße 57, Bottrop zu Gunsten der Aktivitäten des Bottroper  Vereins „Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V.“  möchte er seinen Beitrag zu sozialem Miteinander, Toleranz und Völkerverständigung leisten. Seine fabulierenden Chansons liegen Geschichten, manchmal auch „Lügengeschichten“ des täglichen Lebens, glücklicher und unglücklicher Liebe, des Arbeitslebens, der Ungerechtigkeit, barbarischer Kriege zu Grunde. Manchmal sind es auch Chansons über die Lebensfreuden mit Wein und Gesang und über ganz einfache, gute Zeiten.  Gérard Viel reist mit den Besuchern in ein Land, in dem Realität und Traum in einem Hörgenuss verschmelzen. Mit so unterschiedlichen Instrumenten wie Dulcimer, Drehleier, 6- und 12 saitige Gitarre, Cajon, Kabosy (Gitarre aus Madagaskar.  Die musikalische Reise führt die Zuhörer in das 14. – 21. Jahrhundert. Sein Interesse für Chansons und mündliche Überlieferungen entwickelte sich in den 70er Jahren. Seither hat er auf zahlreichen Reisen und bei Treffen mit anderem Musikern, sein Repertoire traditioneller Chansons aus Frankreich, Quebec und Akadien zusammengestellt.     

Der Verein „Aktion-Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt Lebensbedingungen von Menschen in Bosnien zu verbessern. Und zu Völkerverständigung und Toleranz beizutragen. Vom 08.-10.11.2019 veranstaltet der Verein das  Filmfestival „Bosnien und Herzegowina und seine Nachbarn“ in Bottrop, um über das Medium Film die verschiedensten Lebenssituationen der Menschen in Bosnien darzustellen.

Der Erlös des Benefizkonzertes soll zur Finanzierung des Filmfestivals, aber in erster Linie  zur Finanzierung  eines Hilfstransport nach Bosnien, der im November stattfinden  wird,  beitragen. Es werden warme Decken und Bekleidung für Menschen transportiert,  die  auf einer Müllhalde in Bihac, nahe der Grenze zu Kroatien campieren.
Informationen zum Verein finden Sie unter:   www.aktion-bosnien.eu und www.bih-looksaround-festival.eu

Das Konzert war sehr gut besucht.

Wir danken dem Publikum für den Zuspruch und die tolle Stimmung.


 

 

Hilfstransport 2019

Im August waren Reinhard Bierbaum, Herbert Schröer, Aktionen- Stiftung für Menschen in Not, Castrop – Rauxel Peter Gauer, Aktion – Lernen in Bosnien, Bottrop Werner Borchert, Tom und Manni: Rotes Kreuz Ahrweiler.

Hier ist ihr Bericht.


 

 

 

Hospitation in der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen „DRIN“, Fojnica, Bosnien und Herzegowina, vom 10. -17. Juli 2018

Die Reise nach BiH war dieses Mal ganz anders, ich reiste am 10.07.19 allein, flog mit einem Airbus von Dortmund nach Tuzla. Keine Kollegen, die mitfuhren, keine Lkws, keine Hilfsgüter, die transportiert wurden.
Im letzten Jahr waren wir von der Stiftung, „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“, Castrop- Rauxel, von  „Aktion-Leben und Lernen e.V.“, Bottrop, und dem Roten Kreuz Ahrweiler gemeinsam mit 3 Lkws, vollbeladen mit Hilfsgütern u.a. auch nach Fojnica zu „DRIN“  unterwegs.

Ich nahm mir vor, so wie jetzt geschehen, in Erfahrung zu bringen, wie leben  Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen von BiH, haben Sie Arbeit, gibt es pädagogische Konzepte, wie und mit welcher Qualifikation werden sie angeleitet, betreut und gepflegt und manch andere Frage mehr? Mein Wunsch war es eine Woche in allen Bereichen der Einrichtung zu hospitieren, um u.a. auch fest zu stellen wo und wie können wir als Hilfsorganisation Unterstützung leisten. (Mir nutzt sehr meine 20 jährige  Erfahrung als ehemaliger Werkstattleiter einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Bochum).


Die deutsch sprechende Sozialarbeiterin von “DRIN“ Zijada Suzuka, half mir - mit Genehmigung des Direktors von „DRIN“, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.

Sie holte mich mit einer begründeten Verspätung gegen halbzwölf am Flughafen ab. Was war der Grund? Die Menschen in Bosnien gedachten der Toten von Srebrenica. In der Gegend von Srebrenica wurden im Juli 1995 mehr als 8000 Bosniaken – fast ausschließlich Männer und Jungen zwischen 13 und 78 Jahren – getötet. Das Massaker wurde unter der Führung von Ratko Mladić von der Armee der Republika Srpska, der Polizei und serbischen Paramilitärs trotz Anwesenheit von Blauhelmsoldaten verübt. Es gab auf der Strecke zwischen Fojnica und Tuzla kilometerlange Motorrad- und Fahrradkorsos.  Gemeinsam sahen wir auf der Fahrt nach Fojnica noch zig Menschen auf dem Fahrrad oder auf dem Motorrad, in Erinnerung an diesen Genozid.

„Thermalquellen wurden schon von den Römern genutzt. Es enstand in neuerer Zeit eine große Rheumakurklinik. Reichlich Bodenschätze u.a. Eisenerz. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es ein Franziskanerkloster, ebenfalls seit dieser Zeit eine erste Moschee. Hier leben Bonsiaken und bosnische Kroaten“.

Am Donnerstag, früh um halbfünf ! weckte mich der Ruf des Muezzin!. Später, nachdem Frühstück ging es endlich zu „DRIN“, wo uns der Direktor Adis und sein Stellvertreter Adwan erwartete. Beide hießen mich herzlich willkommen und ermunterte mich mit kritischen Blicken durch die Einrichtung zu gehen. Der Direktor ist gespannt auf unser Abschlusssgespräch und hierbei insbesondere auf meine Eindrücke und Einschätzungen zur Arbeit in „DRIN“.

Ein paar Daten: 495 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen!
Eine öffentliche Institution, (direkt der Konföderation unterstellt) mit den Haupttätigkeiten: Soziale und medizinische Versorgung, (Re)Habilitation und (Re)Sozialisierung von Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen.

Aktuelle Ziele: Verbesserung der Institution durch eine Deinstitutionalisierung ohne Erhöhung der Fallzahlen. Es sollen weitere kleinere Häuser gekauft oder angemietet werden, um die Belegsituation zu entzerren. Die Leitung (Management) besteht aus 5 Personen.      Darüber hinaus praktiziert ein Berufsteam bestehend aus Psychologen, Sozialarbeitern, Logopäden usw.  Diese sind für die verschiedenen Abteilungen, d.h. für ca. 70 - 80 Klienten zuständig.  In diesem Team erhielt ich die Gelegenheit mich vorzustellen und mich über die Arbeitssituation zu informieren.

Danach ging es endlich  los. Im Hauptgebäude,  Abteilung A, besuchten Zijada und ich jede Gruppe. In der ersten Gruppe  sah das so aus:  
30 Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen werden von 3 Pflegerinnen und einer Abteilungsleiterin  pro Schicht betreut. Die älteren Mitarbeiterinnen (vor demKrieg)  haben keine Ausbildung und keine Qualifizierung für diese verschiedenen Tätigkeiten erfahren!

Ich sah kein Beschäftigungsmaterial  auf den Tischen, ich entdecke auch keine Mitarbeiterin die sich mit den Klienten beschäftigte. Spaziergänge an die Luft finden selten statt. In den Schlafräumen, bis zu 10 Betten, sah ich nichts Persönliches. Noch nicht mal ein Nachtschränkchen, wo man etwas aufheben könnte. Wie ein Foto, eine Postkarte, ein Lieblingskuscheltier, eine Schatzdose oder anderes! Die Räume waren frisch gestrichen, allerdings halbhoch mit abwaschbarer Farbe. An den Wänden hingen keine Bilder. So sah ich anschließend verschiedene Gruppen. Menschen saßen z.T. apathisch herum und warteten auf das nächste Essen? So etwas kenne ich aus den 70 er Jahren in Deutschland. Ich frage mich, jeder Mensch möchte ein nettes Zuhause, warum haben diese Menschen das nicht mal ansatzweise?

Eine ganz andere Situation ergab sich auf der nächsten Etage: Menschen mit geistiger Behinderung, psychisch kranke Menschen, Auto – und fremdagressive Menschen mit hohem Gewaltpotential: Bunt gemischt. Im Gespräch mit der Abeteilingsleiterin erlebe ich besonderes Engagement und eine echte pädagogische „Philosophie“ und eine besonders aktive Ausstrahlung. Dieser Eindruck wurde mir durch Zijada bestätigt. Da wo es am schwierigsten ist, erscheint ein personeller Lichtblick.

In einem Zwischengespräch erzählte mir Zijada von ihren professionellen Sorgen, die Mitarbeiterinnen der Gruppen in der Beratung nicht zu erreichen. Bei früheren Direktoren herrschte ein autoritäres System, im Prinzip war satt und sauber die Leitlinie. Der jetzige Direktor möchte einiges verändern, doch fehlen die finanziellen Mittel und die  Mitarbeiterinnen aus früheren Zeiten sind beratungsresistent.

Das waren die Eindrücke der ersten zwei  Tage.

Am dritten Tag sahen wir uns in den kleinen Arbeitsbereichen um: Im Prinzip eine kleine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.

  • Holzbearbeitung: Herstellung von kleinen Schmuckkästen oder einfachem Holzspielzeug
  • Artwerkstatt: Hier wurde gemalt und kreativ gearbeitet
  • Pantoffelwerkstatt incl. Näherei
  • Näherei und Schmuckwerkstatt
  • Wäscherei
  • Gartenpflege incl. Obstplantage
  • Frisierbereich
  • Servicegruppe: Reparaturen von Bekleidung und mehr.

 

 

Die Werkstätten können von Klienten aus den Wohnbereichen (auf freiwilliger Basis) halbtags  besucht werden. Schwerer behinderte Menschen waren nicht vertreten. Sie erhalten eine kleine Entlohnung: Beurteilung nach Menge und Qualität. Kleine und  gut funktionierende, differenzierte Arbeitsangebote. Ich hatte den Eindruck, das ist schon gut, aber  sicherlich noch ausbaufähig.

Zum Schluss des Tage erlebte ich  eine  weitere positive Entwicklung: Eine Übergangsgruppe von psychisch kranken, jngen Menschen mit eigenenständigem Konzept. Kleine  Schlafräume, es wird gemeinsam gekocht aber dort nicht geraucht. Im Vergleich: Sonst kann überall geraucht werden. Und einen engagierten Krankenpfleger: Nezir, der für diesen Bereich verantwortlich ist.

Blaues Haus, eine Art Einfamilienhaus mit 15 Kindern und Jugendlichen die recht selbständig sind, aber Begleitung benötigen. Einige arbeiten in den Werkstätten. Alle Mitarbeiterinnen verfügen über eine (schulische) Berufsausbildung.
 
Am anderen Tag besuchten wir  3 barackenähnliche Häuser, Abteilung B,  in denen  psychisch kranke Menschen leben. Eine bauliche Situation die sich lt. Direktor verändern muss, allerdings fehlt derzeit das Geld: 2,5 Millionen (KM = Konvertible Mark) ca. 1,25 Mill. € ,sind notwendig. Diese Summe bringt der bosnische Staat nicht auf. Für dieses projekt sucht er Unterstützung.

Im ersten Haus leben 12 psychisch kranke Menschen.  Das Essen wird geliefert. bei B im zweiten Haus 58 Frauen, im dritten Haus 60 Männer mit verschiedensten Diagnosen aus dem genannten Spektrum. Alle Neuaufnahmen kommen zuerst in die Aufnahmegruppe. Hier finden Intelligenztest und Gespräche mit den psychisch kranken Menschen statt. Sie sind in der Regel selbständig, bei Bedarf erhalten sie Hilfe und Unterstützung.

Pro Haus jeweils 3  Pfleger oder Pflegerinnen und jeweils eine Abteilungdsleiter*in. Verantwortlich ist die Sozialarbeiterin Medhija mit Unterstützung durch einen Psychologen. Bei fachspezifischen Besonderheiten wird ein Arzt hinzu gezogen. Bei Krisen gibt es feste Regeln. Gewalttäter !  finden sich in den Reihen der psychsich, kranken Menschen.  Notfalls wird die Poilzei hinzu gezogen. Ein Wohnungswechsel geschieht nur mit Zustimmung des Psychiaters und des Sozialamtes. Einen besonderen Massregelvollzug gibt es nicht für psychisch kranke Gewalttäter in Bosnien. Bis zu 60 % der Klienten nutzen die Arbeitsbereiche in den Werkstätten. Es werden auch kleinere Arbeiten im Haus angeboten, sowie auch im bescheidenen Maße z.B. Musikangebote.

Das ist auf jeden Fall gewährleistet:

  • Begleitung
  • Beratung
  • Unterstützung

Aber in Haus 2 und 3 gibt es große Schlafräume mit bis zu zehn Betten,  ohne die Möglichkeit Privates abzulegen, aufzuhängen ….Es gibt eine Warteliste für aufnahmewillige psychisch, kranke Menschen.
Im Nachbarort Bakovichi verfügt „Drin“ über zwei nebeneinander liegende  Einfamilienhäuser mit Garten.
Je Haus 8 psychisch kranke Frauen, eine Pflegerin ist jeweils immer anwesend. Gemeinsame Verpflegung. Einige Frauen gehen 2 x pro Woche in den Werkstätten arbeiten. Andere stellen in der „Apotheke“ unter Anleitung Cremes her. Bei unserem Besuch herrschte eine nette Atmosphäre. Gemeinsam wurden Cevapcici‘s fürs Essen hergestellt. In einem großen Garten wurden die verschiedesten Gemüsesorten angebaut. Es gab Bilder an den Wänden, die Schlafräume waren individuell hergerichtet. Ein Haus in dem  ich eine nette Atmosphäre vorfand.

Zijada zeigte mir weitere Häuser in dem Stil der soeben beschriebenen Häusern, Gelbes Haus, Haus Therese in dem sich die Menschen selbst versorgen oder zur „Drin“ Mensa gehen. Im ersten Stock wohnen Männer im zweiten Stock Frauen.

In Haus Therese ist eine kleine Sporthalle u.a. mit Fitnessgeräten, TT – Platte usw. Eine weitere, größere  Sporthalle ist in „Fojnica“ angemietet.
 
Sportlehrer Asim, den wir trafen, ist einer von zwei Sportlehrern. Er berichtete über Angebote in folgenden Sportarten: Volleyball, Tischtennis, Basketball, Ski fahren, Schwimmem  und Kegeln.  Die Bewohner*innen nehmen an unterschiedlichsten Wettbewerben teil. Eine riesige Anzahl von Medaillen zeugte davon. Im Basketball wird an paralympischen Wettbewerben teilgenommen.

Bevor jemand der Bewohner*innen Sport treiben kann, wird die Sporttauglichkeit vom Arzt überprüft.
Die Sportlehrer führen Tests durch, um festzustellen für welche Sportart besteht eine Eignung.

Am  nächsten Tag führte mich Zijada  in die Physiotherapie. Es sind 4 Physiotherapeut*innen angestellt, die Klienten behandeln. Alle Therapien erfolgen nach Verordnung durch einen Physiater. (Arzt der Orthopädie)

  • Was war für mich noch wichtig?
  • Das Thema Liebe und Sexualität.

Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit der Paarbildung und folgerichtig die Möglichkeit des Zusammenseins. Die verantwortlichen Mitarbeiter*innen des Berufsteams und andere Mitarbeiter*innen praktizieren in der Einrichtung „Normalität“.

Allerdings ist das Thema „Onanie/ Masturbation“ ein schwieriges Thema, gerade in den Mehrbett Schlafräumen. Wann ist ein Mensch mit Behinderung/psychischer Erkrankung  allein? Zijada und ihre Logopädenkollegin aus dem Berufsteam meinen, das dieses Thema auch in der Praxis absolut toleriert wird. Auch steht die Direktion dem Thema offen gegenüber. Allerdings gibt es noch Bedarf an Weiterentwicklung, zum Beispiel im Bereich Assistenz, Intimsphäre in Gemeinschaftsräumen!?
Da ein Teil der  Mitarbeiter*innen über eine  geringe Qualifizierung verfügen, frage ich mich was ist die Realität für die Menschen, die Klienten sind.

Alle Klienten finden sich in vier verschiedenen Leveln wieder: 1 = Hoher Pflegebedarf, keine Selbständigkeit, bis zu 4 = Selbständig
Weitere Fachthemen wie die Beratung der Pfleger*innen, Qualifizierung und Reflektion der Arbeit ist ein Thema im Berufsteam, genauso wie Einstellungen und Haltungen. 
Finanzierungen, Wirtschaftlichkeit……………………

Letzter Tag – Abschlussgepräch mit dem Direktor (ehemaliger Sozialarbeiter), mit dem Stellvertreter (zuständig für Technik) , einen Juristen (ich denke  Verwaltung), dem Leiter des Berufsteams und meiner Wegbegleiterin, Erklärerin und Dolmetscherin Zijada.
Ich stellte meine Eindrücke folgendermaßen vor:

Plus:

  • Darstellung der Institution, der Menschen und Leistungen so wie ich es wahrgenommen habe.
  • Anschließende berichte ich von dem was mir positiv aufgefallen ist:
  • Vielschichtige, große Einrichtung die einen Einsatz der Mitarbeiter*innen erforderlich macht. Wobei die Finanzierung der notwendigen Leistungen nicht gesichert sind.
  • Der positive Ansatz der Deinstutionalisierung ist vorhanden und soll ausgebaut werden. Nachteil. Kostensteigerung wegen Personalerweiterung
  • In den großen Altbauten vollzogene Renovierungen.
  • Kurzfreizeiten im Sommer und Winter.
  • Vielfältige  - noch ausbaufähige – Arbeitsangebote.
  • Aufgeschlossene, informative Aufnahme von mir in allen Bereichen.

Minus:

  • Mangelnder Komfort für alle Klienten: Schlafsäle, nichts individuelles, nichts persönliches, es sieht nach Verwahrung aus, Missachtung von Rechten.
  • Ständig läuft überall ein TV, keine Person schaut dahin.
  • Kein Beschäftiungsmaterial, kaum Zuwendung, alle warten aufs ?? Essen
  • Keine Bilder an den Wänden, keine Atmosphäre, kaum Spaziergänge nach draussen?
  • Ziel: Satt und sauber?
  • Was wird in den einjährigen Entwicklungsplänen festgehalten und was wird umgesetzt?
  • Wer kann überhaupt etwas pädagogisch umsetzen?
  • Es besteht Ausbildungs-, Fortbildungs – und Qualifizierungsbedarf
  • Wer kontroliert den Fortschritt der Arbeit?
  • Warum gibt es keinen Freundeskreis, keine ehrenamtliche Helfer*innen?
  • Wie sehen die Ziele der Direktion aus ?
  • Sind die Leistungen die Drin erbringt, beschrieben?
  • Wo wollen Sie hin? Was sind Ihre Ziel?

Die Anworten vom Direktor:

  • Prozeß der Deinstutionalisierung fortsetzen: Wir wollen Abteilung B (Drei Baracken für psychisch kranke Menschen) abreissen und neu bauen: 2,5 Millionen Kosten. Unterstützungsbedarf
  • Wir wollen den Lebensstandard verbessern.
  • Mit neuen Methoden und Mentalitäten arbeiten. Viele herkömmliche Mitarbeiter*innen.Ihr professionelles Verhalten ist schwer zu verändern.Eine gute Diskussion ergab sich nicht so richtig,  obwohl der Leiter vom Berufsteam auch Änderungenwünsche bestätigte.

 

 

Stellvert. Direktor, Jurist, Direktor, Zjada, Herbert, Leiter Berufsteam (v. links)

Meine Einschätzung: „DRIN“ ist eine große und vielfältige Eiinrichtung  in der grundlegende Veränderungen schwer möglich sind,, hierzu benötigen die Verantwortlichen Begeisterung für die Sache, viel Mut zur Veränderung, enen langen Atem, gute praxisnahe Konzepte und viel Geld, sowie Unterstützung durch die Förderation.

Ich bin dankbar, das ich eine Woche mir  Alles ansehen könnte, das Zijada und andere Mitarbeiter*innen  mir wirklich alles erläuterten, mir Ihre Einschätzungens sagte - es war ein wunderbares kollegial – freundschaftliches Klima, wofür ich Ihr sehr dankbar bin. Ich habe viel gesehen und viel gelernt: Danke, Zijada, ich danke allen Menschen von  DRIN.

Am 16./17.07.19 wurde ich nachts um ein Uhr abgeholt und nach Tuzla zum Flughafen gefahren. Sechs Uhr ging der Flieger, mit mir wieder nach Dortmund , um anschließend  mit meinem Wagen  nach Bottrop zu fahren, denn die nächsten Aufgaben warten:

Hilfsgüter liegen in Bottrop, Castrop  bereit. Am 15.08. 19 sitze ich mit den Kollegen Peter Gauer vom Bottroper Bosnienverein und Reinhard Bierbaum von der Stiftung in Castrop im Lieferwagen mit Hänger und fahren gen Bihac.

Was wartet auf uns: Schulen in Kalesija und Breza. Wir haben  vom gemeinnützigen Verein  Labdoo.org in Mülheim 70  gebrauchte Computer mit Lernprogrammen erhalten,  haben diese verpackt und werden sie an die Schulen liefern. Nach „DRIN“ in Fojnica bringen wir gebrauchte Pflegebetten, Windeln, Rollstühle, Bekleidung und vieles mehr. Am 23.08.19 werden wir wieder in Bottrop und Castrop ankommen.

Herbert Schröer


 

 

2. Hilfsgütertransport mit dem Roten Kreuz OV Weibern im Kreis Ahrweiler nach Bihac und Jaice, Bosnien und Herzegowina vom 08.03 – 15.03.2019 Wilfried Batzke vom Verein „Leben und Lernen in Bosnien“ begleitete diese Fahrt. Hier ist sein Bericht.


 

 

 

 

 

 Ablauf der Fahrt:

·         Freitag 8.3. 2019

Abfahrt aus Niederzissen um 15:00 Uhr. Die Fahrt verlief unspektakulär. Werner und Manni lösten sich ab, so dass wir am Samstag um 06:30 an der kroatisch bosnischen Grenze waren.

·         Samstag 9.3. 2019

o   Da die Speditionen an der Grenze erst um 8 Uhr eintrudeln hieß es warten. Die Zollpapiere mussten geprüft werden, irgendetwas fehlte natürlich. Mit Mirsada von der Behinderten Einrichtung in Bihac fuhren Manni und ich dorthin. Werner blieb beim Zoll und wartete, dass die Ladung freigegeben wurde. Er kam dann mit dem Wagen und Anhänger am späten Nachmittag in Bihac an.
Die Kartons wurden ausgeladen und im Haus verstaut. Dann hieß es nur noch Essen gehen und schlafen.

·        

 

 

 

 



 

·           Sonntag 10.3.2019

 

o   Fahrt nach Bosnska Krupa. Besichtigung der Burgruine und der Stadt. Sehr angenehmes Wetter Temperaturen um die 20°C.

·         Montag 11.3.2019

o   Das Wetter schlug um. Den ganzen Tag Regen bei um die 5°C. Verabredung mit dem Schulleiter in Jaice für den nächsten Tag.

·         Dienstag 12.3.2019

o   Fahrt nach Jaice mit dem 8er Bulli der Einrichtung. Es fuhren mit: Ermin(Fahrer), Mirsada, Elvira, Werner, Manni und ich. Unterwegs gab es noch viel Schnee in der Umgebung. Die Straßen waren aber frei. Wir trafen uns vorab in einem Hotel zum Frühstück mit dem Schulleiter und der Übersetzerin (Deutschlehrerrin der Schule). Danach fuhren wir zur Schule. Ich fuhr beim Schulleiter mit und die Kollegin erklärte mir etwas über Jaice und Umgebung. Wir hielten noch bei den Wassermühlen. In der Schule angekommen wurde uns erläutert, was mit unserem Geld gemacht wird. Wir wurden in verschiedene Klassen geführt, auch in Räume, in denen unsere dorthin gelieferten PC’s verwendet werden. Mein Eindruck ist, dass die Mittel sehr sinnvoll eingesetzt werden und die Kinder und Lehrkräfte sehr dankbar für die Unterstützung sind.
Im Anschluss fuhren wir noch durch die Altstadt und zu den Wasserfällen von Jaice. Am Abend waren wir wieder zurück in Bihac.

·         Mittwoch 13.3.2019

o   Werner half Mirsada beim Erstellen von Anträgen. Manni und ich waren zu Fuß in Bihac unterwegs.

·         Donnerstag 14.3.2019

o   Heute war noch Zeit für Sightseeing. Wir fuhren im Westen an die kroatische Grenze zu den Wasserfällen von „Martin Brod“ und „Strbacki Buk“, sehr imposante Wassermassen, die dort die Berge herunterrauschen. Nur die Straßen dorthin sind in einem sehr schlechten Zustand, obwohl die Besichtigung von „Strbacki Buk“ mittlerweile Eintritt kostet.

·         Freitag 15.03. 2019

o   Es heißt Abschied nehmen von einem imposanten Land mit freundlichen Menschen. Um 8:30 war Abfahrt. Bis nach Graz in Österreich war das Wetter noch sehr schön. Dann zog es sich zu und es begann zu regnen und es hörte bis nach Hause auch nicht mehr auf. Die Fahrt durch Bosnien, Kroatien, Slowenien und Österreich war sehr entspannend. In Deutschland wurde es typischer weise wieder sehr voll durch diverse Baustellen und Unfälle. Hinzu kam starker Wind, der unserem leeren Anhänger zu schaffen machte. Um 3:15 am Samstag war ich dann wieder zu Hause.


 

 


 

 

Filmfestival in Bottrop

Hilfsgütertransport mit dem Roten Kreuz OV Weibern im Kreis Ahrweiler nach Bihac, Bosnien und Herzegowina vom 26.07. – 03.08.2018

Erster Treffpunkt

Herbert Schröer holt Reinhard Bierbaum, ehrenamtlicher Helfer der „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“ am Freitag, den 26.07. 18 um 14.00 Uhr ab.in Castrop- Rauxel ab. Reinhard hat mit einem weiteren Kollegen vor 3 Jahren die Friseursalonausstattung komplett abgebaut. Geplant war, das er mithilft diese Ausstattung in der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Fojnica aufzubauen. Doch leider wird das ganze Material , das noch im Bosanska Krupa lagert nicht freigegeben. Die Waren wurde nachträglich verzollt und mehre tausend Euro sind aufzubringen!!!

Da wir allerdings beim Roten Kreiuz, Ortsverein Weibern im Kreis Ahrweiler als 2 Lkw Fahrer vornotiert waren, können wir da nicht zurück. 3 Lkws mit Waren der Aktionen – Stiftung für Menschen in Not, Castrop-Rauxel, des Vereins „Aktion-Leben und Lernen in Bosnien“ , Bottrop und des Roten Kreuzes müssen durch  6 Ehrenamtler (mit uns Zwei) nach Bosnien bewegt werden.

1200 km  liegen ab Weibern vor uns. Bernd, Werner, Manni und Heinz vom Roten Kreuz fahren 2 Lkws mit Anhänger, Reinhard und ich den 3 Lkw. Es sind 38 Grad, die 7,5 to Fahrzeuge sind schon etwas älter, die Klimaanlage besteht aus geöffneten Fenstern.

Die Fahrtroute: Ahrweiler, Frankfurt, Passau, Linz , Graz, Maribor, Zagreb, Grenze !, Bihac.

Wir fuhren bis auf 3 Tankpausen mit frischem Kaffee durchgehend. Am Freitag um 14.00 Uhr erreichten wir die kroatisch-bosnische Grenze. 27 LKw’s befanden sich vor uns in der Warteschlange.

Der Abschluss der Zollformalitäten und die Weiterfahrt nach Bihac fand um 19.30 Uhr statt. 

Es gibt mal wieder ein neues Gesetz in Bosnien, das besagt, das auch Teile von Hilfsgütern verzollt werden und somit Zoll bezahlt werden muss. Für die gesamtem 12,5 to wurde eine Rechnung in Höhe von 550 € ausgestellt. Wir hatten uns schon vorab darüber verständigt. Das diese Rechnung durch alle 3 beteiligten Organisationen geteilt werden.

Gegen 20.00 Uhr erreichten wir unseren Zielort, die Tagesstätte „Radosti Druzenja“ in der iwr übernachten. Todmüde fielen wir in die Betten.

 

Am  Samstag wurde ungefähr die Hälfte  der Hilfsgüter vom Roten Kreuz und von der Aktion- Stiftung für Menschen in Not ausgeladen und für die Weiterleitung, Abholung usw. bereitgestellt.  In den nächsten Tagen  fahren wir durchs Land und verteilen u.a. die Computer, die von Labdoo.org und somit vom Bottroper Verein „Aktion- Leben und lernen in Bosnien e.V.“ verpackt und bereit gestellt wurden.

Es war richtig lecker warm…

Nach dem Frühstück in Radosti Druzenja ging es zur Schule Javna Ustanova  OS Kamenica  Bihac,  eine Primary Schule mit 4 Standorten. Hier lieferten wir in den ersten Stock der Schule 15 Kartons mit Computern, Bildschirmen, Druckern und Zubehör aus. Es sind Waren, die der Bottroper Verein Aktion - Leben und Lernen in Bosnien e.V. vom gemeinnützigen Verein Labdoo.org in Mülheim bezogen hat. 

Trotz Ferien in Bosnien waren die Schulleiterin Almina Dizdaric und einige Lehrer anwesend, die einen großen Dank an alle beteiligten Organisationen und Grüße nach Bottrop richteten.

Bei der Wärme taten einige gekühlte Getränke nach der Abladeaktion und dem Transport in den ersten Stock der Schule sehr gut. 

Wieder zurück ging es nach Bihac um die Lkws zu tauschen. Der 17  Jahre alte Iveco  stand  beladen durch das RK KV Ahrweiler  mit Pflegebetten, Rollstühlen, Rollatoren, Bekleidung  für das Rote Kreuz in Bosanski Petrovac fahrbereit auf dem Hof von Radosti Druzenja. Wir erreichten ungefähr in einer Stunde die Geschäftsstelle  des Bosnischen Roten Kreuzes in dem genannten Ort.

Ein  ärmliches Haus mit einfachster Ausstattung. Freundlichst wurden wir mit Kaffee und Tee empfangen, bevor wir etwas ausladen konnten. Nach der Entladung des Lkws erläuterten uns Mutter  (einzige Hauptamtliche) und Tochter (Volunteer)  die Arbeit des RK in Bosanski  Petrovac. 

Ähnlich wie in Deutschland stehen die Erste Hilfe Kurse, neben der Kranken und Armenversorgung im Vordergrund. Für die letztgenannten Aufgaben sind die angelieferten Waren von unschätzbarem Wert. Es ist schon erstaunlich mit welchem Engagement die Helferrinnen und Helfer trotz einfachster Verhältnisse für die Ärmsten in der Stadt da sind. Daher finde ich jetzt schon, der Transport , der Schweiß , die Arbeit hat sich gelohnt. Danke, dass Ihr in einem Meer von Korruption und Politikverdrossenheit ein Leuchtturm für die Schwächsten seid. 


Über Bihac ging es zurück mit dem Lkw  nach Bosanska Krupa, der Ort in dem die Organisationen Aktion  - Leben und Lernen in Bosnien  und die Stiftung Aktionen – Stiftung für Menschen in Not gemeinsam in den letzten 3 Jahren schon viel Gutes getan haben.

Ziel war auch hier das örtliche Rote Kreuz, die mit ähnlichen Waren wie  in Bosanski Petrovac versorgt wurden. Leider war der Empfang etwas neutral- sachlicher! Vielleicht sieht man hier unsere Arbeit, insbesondere die des Roten Kreuzes Ahrweiler, als selbstverständlich an, krasser formuliert: Wir haben einen Anspruch auf Eure Hilfe?!

Ein paar hundert Meter weiter befinden sich einfache, aber nett hergerichtete Räumlichkeiten von MIMOZA. Eine kleine soziale Organisation von zum Teil Betroffenen, Angehörigen und Ehrenamtlichen rund um das Thema Krebs. Wir erlebten eine engagierte Vorsitzende, aber auch  Sejla Bjelopoljak die diese Gruppe unterstützt und  für uns netterweise alles übersetzte. Wir überbrachten 40 Stapel - Stühle, die von der Aktionen – Stiftung für Menschen in Not, neben einer kleinen finanziellen Spende  zur Verfügung gestellt wurden. Bei bisherigen Gruppenarbeiten saßen die TelnehmerInnen immer auf der Erde !! Dankbarkeit wurde für das wenige was wir taten herzlichst geäußert. Hier fühlten wir uns wohl und im tiefsten Inneren unseres Herzens wussten wir, wenn hier weitere Hilfsmittel benötigt werden, helfen wir gern!

31.7.2018

Heute geht die Fahrt mit einem Lkw und einem Pkw Über Jajce nach Fojnica zu der einigen stationären Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in BiH.

Wer nahm teil: Werner, Bernd, Manni und Heinz vom RK Kreisverband Ahrweiler, Mirsada (Leiterin von Radosti Druzenja), ihre behinderte Tochter Alma lebt in diesem Heim. Reinhard von der Stiftung und ich.

Die Fahrtstrecke beträgt 290 km, leider gibt es nur Landstraßen. 6.00 Uhr starteten wir mit  den Computern von Labdoo.org, bzw.  Aktion – Leben und lernen in Bosnien e.V., Bottrop  für die Schule Kruscnica die  in einem Vorort von Jajce liegt. Hier luden wir zügig ab, tranken gern das angebotene

Wasser, machten Fotos und fuhren zum Marktplatz von Jajce. Hier trafen wir   Fikret Cankar, Schulleiter einer anderen Schule in Jajce. Dieser erhielt eine Spende für das Frühstück für die Kinder der Schule,die arm / und oder Waisen sind und hungrig zur Schule kommen. Jürgen Krämeraus Bottrop (im vorigen Mitglied des Hilfstraanports) hatte das Situation dieser Kinder  nach seiner letzte Reise mit dem Roten Kreuz nach Bihac thematisiert und gleich für Abhilfe gesorgt. Herr Cankar freute sich sehr über die finanzielle Hilfe, die Herbert Schröer ihm im Namen von Jürgen Krämer überreichte.

Ganz rechts Herr Cankar, zweiter von links der Schulleiter der Schule Krusnica, zweite von rechts Mirsada Hodzic, Leiterin von Radosti Druzenja, von links nach rechts: Bernd Schricker, Reinhard Bierbaum, Werner Borchert, Herbert Schröer

Im strömenden Regen luden Heinz und Andere in Fojnica  u. a. Betten ab.

Eine Führung durch den Komplex bestätigte den Eindruck. Ich habe den Direktor und sein Team eingeladen sich in Deutschland  Einrichtungen der Behindertenhilfe anzusehen. Ich will es gern bei Interesse  organisieren.

Bei allen Informationen die wir erhielten, verging die Zeit und unser LKW, beladen mit Betten Nachtschränken, Bekleidung des Roten Kreuzes und Dreirädern der Aktionen – Stiftung für Menschen in Not, musste abgeladen werden.

Danach mussten wir uns leider verabschieden, da die Zeit, laut unseres Rotkreuzführers für diesen Transport, Bernd Schricker drängte und eine lange Rückfahrt anstand. 23.00 Uhr trafen wir wieder in Bihac ein.

01.08.2018

Gespräch mit dem Vizepräsidenten Klicik Husein in BiH  und einer Mitarbeiterin des BIH Roten Kreuzes  zum Thema Zoll für Hilfsgüter.

De Vizepräsident machte deutlich das ein neues Gesetz in Kraft ist. Es gibt nur wenige Ausnahmen  bei Hilfsgütern., für die kein Zoll veranschlagt wird. Eine Liste der Gegenstände die zollfrei sind erhalten wir. Diese Liste sollte man bei jedem Transport  als Beweis mitführen. 

Vorher ist abzuklären, ob der Empfänger der Waren für die Zoll gezahlt werden muss,  bereit ist die zu erwartenden Zollgebühren zu übernehmen.

Das Gespräch mit dem Roten Kreuz

 

 

Bei der Friseurausstattung  sieht er ebenfalls nicht die Möglichkeit der Rücknahme der Gebühren.

Entweder die Übernahme der Waren anstreben und bezahlen oder die Waren dort lassen wo sie sind.

Auch das nationale Rote Kreuz hat keine Möglichkeit auf Gesetzgebungsverfahren einzuwirken. Sie verstehen ebenfalls die Vorgehensweise der Förderation nicht. Sie halten es für wichtig das wir in Deutschland unsere Dachverbände für das Thema sensibilisieren, damit diese eine Medienkampagne starten. 

- Das Deutsche rote Kreuz

- Der Paritätische

- Bundesverband deutscher Stiftungen

- Labdoo.org

Amir Kurtovic ein engagierter mit viel kulturellem und geschichtlichen Wissen versehener Mann übersetzte das Gespräch

Nach diesem Gespräch traf Herr Ibrahim ein  und wollte mich wegen der Duschliege, die die Stiftung von der Werkstatt Constantin erhalten hat und die er vor 2 Tagen für seine beh. Töchter Amela und Anela abholte, sprechen.  Reinhard und ich fuhren mit ihm zu seinem Haus. In seiner Tischlerei die er allein betreibt, stand die Duschliege und ließ  sich nicht in der Höhe  verstellen. Wir testeten die Akkus, nichts tat sich , obwohl wir vorher geladen hatten. Da hatte Herr Ibrahim die Idee mit uns auf den Dachboden zu gehen und siehe, dort stand ein „deutscher“, alter Lifter, gewartet von der Fa. Luttermann, Essen.

Der Akku war baugleich, wir bauten ihn aus und bauten ihn  bei der Duschliege ein und es funktionierte. Reinhard meinte, das neue Akkus gekauft werden müssen, darum werden wir uns in Deutschland kümmern. Anschließend lernten wir die schwerstmehrfacbehinderten Zwillinge Amela und Anela , geboren 1991 kennen. Sie liegen in der Regel im Bett.

Reinhard der Elektrofachmann

Amela Ibrahim und Frau Ibrahim

Mit Amela konnten wir Kontakt aufnehmen, sie ist eine sehr fröhlich-aktive Frau. Während Anela so gut wie nicht spricht. Es waren bewegende Momente. 

Zum Abschluss wurden wir genötigt, einen selbstgebrannten Apfel- und Birnenbrand zu trinken.

Wir versprachen uns wieder zu melden und verabschiedeten uns.

Der Nachmittag stand für mich u.a. im Zeichen der Friseurausstattung.  Mit Ermin, dem Allrounder von Radosti Druzenja fuhr ich nach Bosanska Krupa  zum Kommunalen Zentrum, zu Herrn Tatarevic. 

Hier ist die Friseurausstattung zur Zeit eingelagert, ich wollte  alle Unterlagen zu den veranschlagten Gebühren sehen.  Er kopierte alles für mich und ich musste feststellen, wir brauchen eine finanzielle Lösung!!!

Im Anschluss besichtigten wir mit Herrn Tatarevic die Räume des angedachten Frizerski Salons.


Er wurde nicht in Betrieb genommen, da die Gemeinde, nach einem neuen Gesetz nicht mehr ausbilden durfte. Daraufhin wollten wir die Materialien nach Fojnica bringen, allerdings muss vorher der erhobene Zoll bezahlt werden: Über 2.000 € .

Nach Durchsicht der dort gelagerten Waren, stellte ich fest, es scheint noch alles vorhanden zu sein. 

Wenigstens ein Trost.  Doch leider - verursacht durch Handwerker – waren ein Teil der Waren  mit Staub und leichtem Schutt verdreckt. Ich fragte Herrn Tatarevic nach der Ursache, er zeigte nur kurz auf ein Loch an der Decke. Letztendlich war ich froh, dass noch nichts verscherbelt wurde.

Und jetzt? Wie geht’s mit der Friseurausstattung weiter? Mein Vorschlag:

Ich werde den Bürgermeister Herrn Halitovic und den Verwaltungsrat vom Kommunalen Zentrum anschreiben und um eine   Übernahme der Kosten bitten.

Den Vorstand der  Einrichtung „drin“ in Fojnica werde ich ebenfalls   anschreiben und ebenfalls um Kostenübernahme, mind. um  eine Teilfinanzierung bitten.

Kleinere Arbeiten und Abreisevorbereitungen für das letzte gemeinsame Abendessen im „Pavillon“ in Bihac rundeten den Tag a.

02.02.18

6.00 Uhr aufstehen, den Rest packen, nach den Lkws sehen, frühstücken, Brote schmieren für die Rückfahrt. Ein letztes Foto am Haus und um 9.45 Uhr fuhren drei Lkws mit 2 Anhängern wieder vom Hof der Einrichtung „Radosti Druzenja“. 6.00 Uhr Ankunft beim Roten Kreuz im Kreis Ahrweiler.

Abschied nehmen


Alles ausladen, mit Reinhard fuhr ich nach Castrop zur Stiftung, setzte ihn dort ab und trank einen Kaffee beim Bäcker.

Danke an die Kollegen Werner, Bernd, Manni und Heinz vom Roten Kreuz KV Ahrweiler die den Transport möglich gemacht haben und an Reinhard von der Stiftung der einfach tatkräftig und engagiert dabei war.

Egal wie es mit dem Zoll aussieht es gibt es Bosnien noch viel Hilfedarf und dafür wollen wir da sein.

Die Bilder von den Menschen mit Behinderungen begleiten mich in meinen Gedanken.

 

Herbert Schröer 


 

Hilde Domin (1909-2006)

Nicht müde werden

Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.


Fest der Kulturen 2018

Die Kinder von Sarajewo

Aktion- Leben und Lernen in Bosnien e.V. Bottrop, .präsentiert gemeinsam mit der VHS Bottrop  den Film

 „Djeca - Kinder von Sarajevo“.                        

Ein Film, der viel über die aktuelle kulturelle, politische und soziale Lage in Bosnien und Herzegowina aussagt.

Der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien beschäftigt sich seit November 2014 mit den Problemen des Landes. 22 Jahre nach dem Krieg leben die Menschen in katastrophalen Umständen, Lebenskrisen aufgrund der Traumataerlebnisse in der zerspaltenen Gesellschaft. Die Arbeitslosigkeit beträgt 70%. Wegen der posttraumatischen Zuständen haben viele Menschen  Suizid begangen.  

Der blutige Bürgerkrieg hat Millionen Seelen zerstört. 

Im Film geht es um die Geschwister, Rahima und Nedim, die Waisenkinder des Bosnien Krieges sind. Sie leben in Sarajevo, im Herzen Bosniens.   Nach ihrer kriminellen Jugend hat Rahima Erfüllung im Islam gefunden und hofft, dass ihr Bruder ihrem Beispiel folgt. Doch ihr Überlebenskampf wird noch härter, als Nadim in eine Schlägerei mit einem Halbstarken gerät und dabei dessen teures Handy zerstört. Dieses Ereignis löst eine Kettenreaktion aus, an deren Ende Rahima entdeckt, dass ihr Bruder ein Doppelleben führt.

Wie es weiter geht, erfahren Sie am Dienstag, 07.11.2017, 19:00 – 21:45 Uhr

 im Filmforum, an der Blumenstr. 12-14 46236 Bottrop

Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen.


Charitymeile 2017

„Aktion –Leben und Lernen in Bosnien“ auf der Charitymeile

Am 24. September  fand in der Bottroper Innenstadt die Charitymeile statt. Zu diesem Anlass präsentieren sich gemeinnützige Vereine unserer Stadt. Bei schönem Wetter, das viele Menschen  anlockte, konnten wir unseren Verein vorstellen, auf unsere laufenden Aktionen aufmerksam machen  und viele  schmackhafte bosnische Spezialitäten anbieten. Unsere Vereinsmitglieder  fanden tatkräftige Unterstützung durch zwei fleißige Helferinnen: Danke Evelyn und Nurhan! Ein Höhepunkt am Nachmittag war der Auftritt der bosnischen Tanzgruppe aus Essen. Auch der Oberbürgermeister Herr Tischler ließ es sich nehmen, unserem Stand einen Besuch abzustatten.

Bottrop zeigt Vielfalt Die Aktion Leben und Lernen in Bosnien gemeinsam mit der Gustav-Heinemann-Realschule auf dem Fest der Kulturen

Es war wie eine Reise durch Europa und rund um die Welt – und dies auf engstem Raum. Zum wiedeholten Male fand auf der Kirchhellener Straße in Bottrop das Fest der Kulturen statt. Organisationen und Vereine, die  die vielen unterschiedlichen Nationen vertreten, die in unserer Stadt eine Heimat gefunden haben, präsentierten Landestypisches  bzw. gaben wissenswerte Informationen. Unser Verein gestaltete einen Stand zusammen mit der Gustav-Heinemann-Realschule. Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern, die zuletzt im Rahmen eines Austauschs Bosnien besucht hatten, zeigten auf Plakaten, die vielen tollen Erfahrungen, die sie machen durften. Gleichzeitig verkauften sie leckere, süße Spezialitäten. Der Erlös soll mithelfen, den Besuch der bosnischen Jugendlichen im kommenden Jahr zu finanzieren.

Unser Verein stellte die Spendenaktion für bedürftige Kinder in Bosnien in den Mittelpunkt. Es geht darum, ihnen die nötigsten Schulartikel und Sportsachen zu beschaffen, damit ein erfolgreicher Schulbesuch ermöglicht werden kann. Da das herrliche Sommerwetter zahlreiche Besucher zu einem Bummel zu den vielen Ständen auf dem Fest einlud, konnten wir in vielen Gesprächen auf unsere Intentionen und Aktionen aufmerksam machen.


Treffen mit Familie Hölz

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Heribert und Ursula Hölz von der Caritas Bosnienhilfe zu Gast in der Mitgliederversammlung von Aktion - Leben und Lernen in Bosnien

In der Maisitzung 2017 luden sich die Vereinsmitglieder des Bottroper Vereins 

erfahrene Bosnienhelfer ein: Seit mehr als 25 Jahre wirken Heribert und Ursula Hölz in 

Bosnien und tun Gutes. Geprägt durch eigene Erlebnisse als Kind im II. Weltkrieg, konnte Heribert Hölz sich gut in die Lage der Menschen in Exjugoslawien versetzen, die einen unberechenbaren, fürchterlichen Krieg erleben musste. Ihm war schnell klar, hier will ich helfen. Das zerstörte Bosnien – Herzegowina, die traumatisierten Menschen, die verschiedenen Ethnien, und Religionen, veränderten durch den Krieg Alles. Was vorher funktionierte, wurde zum Chaos.

Das Dayton Abkommen führte zum Frieden, aber auch zu einem fast unregierbaren Land:

Verschiedene Teilrepubliken, 3 Ministerpräsidenten und 150 Minister führen nicht zu einer geschlossenen Haltung, um das Land gemeinsam weiter zu entwickeln.

Das Ehepaar und Hölz und zahlreiche weitere MitstreiterInnen ließen sich nicht entmutigen und entwickelten kreative Hilfen für die Menschen, die zum Teil bitterarm sind: 

Obstbäume wurden gepflanzt, in riesigen Mengen Marmelade gekocht, Patenschaften für Familien entwickelt, Suppenküchen eingerichtet, landwirtschaftliche Perspektiven entwickelt und immer wieder „Hilfe zur Selbsthilfe“ organisiert.

Eine „Never ending Story“, weil es keine Entwicklung in der Wirtschaft gibt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Übrig bleiben oftmals die alten und gebrechlichen, nicht mobilen Menschen.  Ein Trauerspiel mitten in Europa. Weitere kreative, grundlegende Hilfen sind notwendig.

Daran will sich der Bottroper Verein weiterhin orientieren und seine Aktivitäten im Bereich Bildung vorantreiben.

Für die Vereinsmitglieder war es eine kurzweilige Veranstaltung, die sie darin bestärkte, auf dem richtigen Weg zu sein. Es gibt noch viel und lange etwas zu tun. Die Menschen in Bosnien und Herzegowina benötigen unsere Hilfe.

Danke Ursula und Heribert Hölz für die eindrucksvolle Darstellung ihrer langjährigen Arbeit und der Situation in Bosnien und Herzegowina.

Es gibt viel zu tun!

HeSch 18.05.17


Aufbau einer Inklusiuonsschule in Bosanska Krupa

2. Sondierung in Bosnien


 

 

Zweite Vorbereitungsreise zur Tagesförderschule Radosti Druzenja in Bihac und zur Druga Osnovna Skola in Bosanska Krupa vom 22.10.2016 - 29.10.2016


22.10. 2016

Abfahrt mit einem Anhänger (Danke Uli Fittkau), beladen mit 20  PC‘s und Monitoren, sowie Textilien für die Tagesförderschule für Kinder und Jugendliche mit

Behinderungen in Bihac.  Mein erstes Etappenziel war die Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Ahrweiler. Hier erwarteten mich Manni und Werner, zwei Veteranen der „Humanitären Auslandshilfe“ des DRK Kreisverbandes Ahrweiler. Viele Fahrten mit Hilfsgütern haben Sie schon nach Albanien, in die Ukraine oder nach Bosnien gebracht. Dieses Mal ist das größte „Paket“  das transportiert werden muss, ein schöner, gebrauchter Transitbus , für Radosti Druzenja. Das ist die Tagesförderschule in Bihac, die unser Projektpartner für das Inklusionsprojekt an der Schule „Druga Osnovna Skola“ in Bosnska Krupa sein wird. Schnell verpackten wir alles aus dem Anhänger in den Bus, weiteres, wie z.B. eine kleine Orgel, für eine Kirchengemeinde, kamen hinzu. Morgen früh soll es losgehen, vorher gab es in einem Schnellimbissrestaurant ein kleines Mahl zur Stärkung, bevor es in die Nachtruhe ging.

mehr...


 

 

1. Sondierung in Bosnien

Im Juli waren Amela Halilovic und Herbert Schroer in Bosnien um die Sondierungsgespräche für den Aufbau einer Inklusionsschule in Bosanska Krupa durchzuführen.

Ergebnisse dieser Gespräche hier nun in Herberts Reisebericht

Aktion Leben und Lernen in Bosnien e. V. Bottrop
Bosanska Krupa
Aktion - Stiftung für Menschen in Not Castrop Rauxel

Die Schule Druga Osnovna Skola /DOS) in Bosanska Krupa wird eine Zentralschule für Inklusion

Herberts Bosnienreise 24.07.16 – 01.08.16

Was ist der Grund der Reise?

Seit mehr als 4 Jahren arbeite ich ehrenamtlich für die „Aktionen -Stiftung – für Menschen in Not“ in Castrop-Rauxel, um z.B. arme, bedürftige und behinderte Menschen in Deutschland und Osteuropa zu unterstützen. In Bosnien haben wir mit dem vor 1 1/2 Jahren gegründeten Bottroper Verein “ Aktionen – Leben und Lernen e.V. eine neue  Heizung für eine immer wieder überschwemmte Schule in Bosanska Krupa, Bosnien gebaut. 

Ab 2017 wird es in einem Projekt darum gehen, für die Kinder mit Behinderungen die in dieser Schule einfach nur „geparkt“ werden, die Bedingungen so zu verändern, dass sie schulische Bildung erfahren können. Das bedeutet folgendes:

- Wir möchten die Schule barrierefrei umbauen und gestalten.

- Alle LehrerInnen sollen für den Unterricht von Kinder mit Behinderungen,           also für einen Inklusionsunterricht, fortgebildet und qualifiziert werden.

- Die notwendigen Lehr- und Lernmittel werden angeschafft.

- Die Schule wirbt um auch um die Kinder mit Behinderungen in Bosanska             Krupa, die bisher noch nicht beschult.

- Wir wollen qualifiziertes Zusatzpersonal einstellen.

Hierzu wollen wir finanzielle Mittel des BM fü wirtschaftliche Zusammenarbeit beantragen. Bosnien gehört nicht der EU an. Um diese Mittel zu erhalten, muss ein kompetenter Partner vor Ort gefunden werden. Dazu haben wir ersten Kontakt mit dem Verein „Radosti Druzenja“ in Bihac, der Kantonshauptstadt, Nähe Bosanska Krupa, aufgenommen: Dieser Verein betreibt seit Jahren eine Tagesförderschule für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderungen. Vor Ort treffe ich mich mit meiner Kollegin, der ersten Vorsitzenden vom Verein ALuLiB, Amela  Halilovic um Voraussetzungen für die Verwirklichung des Projektes zu prüfen.                                         

Am Sonntagmorgen dem 24.07.16 geht es um 6.15 Uhr in Ahrweiler mit Werner und Manni vom Roten Kreuz  Bad Neuenahr-Ahrweiler, einem Mercedes 7,5 Tonner plus Anhänger und einem Bulli mit Anhänger, alles  voll beladen mit Hilfsgütern wie Pflegebetten , Rollstühle, Windeln, Kleidung usw. gen Bihac  los. Das Rote Kreuz Ahrweiler unterstützt den Verein in Bihac seit Jahren auf verschiedenste humanitäre Art und Weise.

 

Der kleine Konvoi
Von R. nach L.: Manni, Werner, Herbert

Die Fahrt, 1300 km bei Tempo 80 und regelmäßig rotierenden Fahrern, verlief weitestgehend störungs- und staufrei: Frankfurt, Passau, Linz, Graz, Maribor, Zagreb, kroat./bosn. Grenze bei Prnjavor, Bihac. Halt, Bihac wurde noch nicht erreicht. Denn……

….der kroatische Zoll, sagte o.k., die kroatische Polizei sagte o.k., aber nicht unsere bosnischen Freunde. Für die gesamte Ladung wurden Deklarationslisten für die mitgeführten Waren erstellt und abgegeben. Diese werden mit einer ansässigen Spedition tagsüber mit der Ware durch den Zoll gecheckt. Das dauert einige Stunden, ist aber die Normalität. Mit dem leergeräumten Bulli wollten wir gern zu unserer Unterkunft in Bihac weiterfahren. Das ging leider nicht, weil die Papiere des Bullis und des Anhängers keine Originalpapiere waren. Das bedeutete, alles blieb an der Grenze. Man machte uns zwar den Vorschlag, dass wir uns die Originalpapiere schicken lassen sollten, wer allerdings die Postverhältnisse kennt, weiß, dass die Post in einigen Wochen oder nie ankommt. 

Wir fuhren gegen 6.00 Uhr morgens am 25.07.16 (nach 24 Stunden Fahrzeit) nach Bihac zur Tagesförderschule und schliefen 2 Stunden, frühstückten und sagten Mirsada Hodzic, der ersten Vorsitzenden des Vereins und Mutter einer behinderten Tochter „Guten Morgen“ und machten uns wieder auf den Weg zur Grenze.  Ach ja, es sei noch kurz bemerkt, dass auch Elvira Mitglied des Vorstandes und Mutter eines behinderten Sohnes uns kurz begrüßte.

Auch hier ist es so, dass oftmals Frauen als Pioniere für Fortschritte in der Behindertenhilfe sorgen.

Eine kurze Statistik zu unseren kroatisch bosnischen Grenzübertritten auf der Hinreise:

Die Grenze

4x beim kroatischen Zoll

4x bei der kroatischen Polizei

4 x beim bosnischen Zoll

4 x bei der bosnischen Polizei

Wir dachten jetzt, wir sind jetzt bekannt wie bunte Hunde.

Dass dieses nicht der Fall war, erfuhren wir bei unserer Rückreise.

Nach entsprechender Wartezeit und einigen Beobachtungen (Einige trugen „merkwürdige Sachen“ zum Zoll, bzw. zu den Spediteuren die mit dem Zoll zusammenarbeiten: Taschen mit Flaschen, eine halbe Bananenstaude und anderes mehr???)

Das Vereinshaus mit der Tagesförderschule

Auch wir waren nach Stunden erfolgreich:  Erst konnten wir den Lkw mit Anhänger von der Last der Pflegebetten, der Rollstühle, Bekleidung und Spielzeug entlasten, später luden wir alles aus dem Bulli plus Anhänger auf den Lkw und brachten das Material zur Tagesförderschule.

Fleißige HelferInnen vom Verein und vom Roten Kreuz halfen auszuladen und alles gut zu stapeln, um die Schweißbäche, die bei der Hitze flossen in Grenzen zu halten.

Ein Abendessen mit Mitgliedern des Vereins am schönen Fluss Una entlohnte uns für die Strapazen.

Bisher habe ich noch nichts über die Kinder /jungen Erwachsene mit Behinderungen die eigentlich in der Tagesförderschule sind berichtet.  Zu meinem Leidwesen wurde mir gesagt, es sind Ferien, alle sind zu Hause. Schade! Ich wollte mir ein Bild über die Arbeit in dieser Schule machen. Eine logische Erklärung gab es:  Die Hilfstransporte finden nur in der Ferienzeit statt, da die Räumlichkeiten als Lager und Verteilmöglichkeit genutzt werden können.  Bilder und Filme über die Arbeit, sowie Erzählungen mussten jetzt erst einmal ausreichen.

Allerdings werde ich mir die Tagesförderschule im Betrieb zu einem späteren Zeitpunkt ansehen, um die Menschen zu erleben zu erleben und um zu erleben, wie dort praktisch gearbeitet wird.

26.07.16

Ein neuer Tag, ein wichtiger Tag, ist schon einige Stunden alt. Der Himmel ist grau und unten von der Straße klingt Autolärm hoch ins oberste Stockwerk der Tagesförderschule, wo wir schlafen. Die Waggons auf dem nicht mehr in Betrieb stehenden Bahnhof stehen seit vielen Jahren Güterwaggons auf den Gleisen mit den Oberleitungen und verrotten. Einmal am Tag, so wurde uns gesagt, fährt eine Diesellok einen Zug nach Bosanska Krupa, in die Stadt, in der „unsere Schule“ steht.

Warum hat man nach diesem entsetzlichen Krieg der Bahn nicht wieder Leben eingehaucht? Eine Frage zu diesem Land, neben vielen Fragen. Ich gehe stadtauswärts 45 Minuten joggen und schaue mir dabei das erwachende Leben an, um anschließend mit den Kollegen Werner und Manni zu frühstücken.

 

 

Der Vereinsvorstand mit Amela und mir

Später bereite ich mich auf das um 12.00 Uhr stattfindende Gespräch zwischen Vertreterinnen des Vereins „Radosti Druzenja“, Amela Halilovic als Vertreterin des Bottroper Vereins „Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V“  und mir,  der in dieser Runde die Interessen   der „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“ wahrnimmt, vor.

Wir wollen in diesem Gespräch überprüfen, ob „Radosti Druzenja“ die Kriterien für eine Projektpartnerschaft für die Umgestaltung der o.g.  Schule zu einer barrierefreien Schule für alle Kinder erfüllen kann. So wie es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit vorgesehen ist.  Heute werden „Bildungs“- Weichen für alle Kinder mit Behinderungen in Bosanska Krupa gestellt.

Was wurde besprochen?

Der Verein stellte seine bisherigen Aktivitäten vor. Motivation, Planung, fachliche Kenntnisse, Projekterfahrungen, pädagogische Fragen, Organisation und Leistungen, Wirtschaftsplanung… Aber auch Visionen, Emotionen und Engagement waren uns wichtig zu hinterfragen. 

Zu all diesen Punkten hatten wir uns vorbereitet und stellten Fragen. Die Antworten waren ausführlich, die Übersetzung durch Alisa gut. 

In unserer Nachbereitung stellten Amela H. und ich   übereinstimmend fest, dass wir ungeheuren Respekt vor den Leistungen der Vereinsmitglieder unter den Bedingungen die  in diesem Land herrschen, haben. Schon vor dem Krieg, also zu Zeiten Jugoslawiens wurde angefangen, Angebote für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln. Dann machte der Krieg alles zunichte.  Nach dem Krieg machten überwiegend Mütter von Kinder mit Behinderungen weiter. Ein Starthilfeprojekt der Aktion Mensch mit Unterstützung der Lebenshilfe Ahrweiler trug zum Fortschritt bei.  Auch die regelmäßige Unterstützung des Roten Kreuzes Ahrweiler möchte ich nicht unerwähnt lassen. 

Auf meine Frage, was sie sich von der Projektträgerschaft (außer der zusätzlichen Arbeit) versprechen, antwortete Mirsada Hodzic wie folgt: „Wir wollen lernen, verändern, verbessern.

Ihnen Allen geht es um eine Veränderung der Gesamtsituation der Menschen mit Behinderungen in diesem Land. 

Amela Halilovic und ich stellten jetzt das geplante Projekt „Eine Schule für alle Kinder in Bosanska Krupa„vor. Wir wollen nicht mehr zulassen, dass Kinder mit Behinderungen in der „Druga Osnovna Skola“ nicht mehr im Unterricht nur dabeisitzen, sondern dass sie wie alle anderen Kinder Elvira und Mirsada vom Vereinsvorstand entsprechend ihren Potentialen gefördert, gebildet, qualifiziert werden. Wir wollen das die UN BRK umgesetzt wird.
Dazu brauchen wir den barrierefreien Umbau der Schule, auch mit der Einrichtung von Pflegeräumen usw. Alle LehrerInnen sollen in den Fragen der Didaktik, Methodik, der gesamten Inklusionspädagogik fortgebildet werden.
Es sollen die notwendigen barrierefreien Lern – und Lehrmittel angeschafft werden. Fachpersonal wie Inklusionsassistenten, Inklusionspädagogen usw. werden benötigt. 
Ferner sollen alle Kinder mit Behinderungen zur Schule gehen. Dazu ist es notwendig Eltern und Angehörige davon zu überzeugen. Hierzu muss eine Bestandserhebung erfolgen und ein Konzept erstellt werden.

All dieses wurde nicht nur vorgestellt, sondern auch ausführlich diskutiert, die Gespräche nahmen somit etliche Stunden in Anspruch. Letztendlich waren wir erschöpft, aber auch zufrieden. Hinter allen Punkten konnten wir einen Haken machen.
Wir haben erfahren, das engagierte und kompetente Menschen am Werk sind.
Amela und ich haben ein gutes Gefühl. Sie fuhr wieder zu Ihrer Familie, die zur Zeit in der alten Heimat Urlaub macht, ich ging zu den Kollegen und berichtete.

Morgen geht es mit einem Termin im Bildungsministeriums des Kantons Una Sana hier in Bihac weiter.

 

27.07.16
Mirsada Hodzic, Amela Halilovic und ich machten uns gegen 10.30 Uhr auf den Weg zum Bildungsministerium. Dort empfing uns der Bildungsminister höchstpersönlich. Anwesend war auch der zuständige Referent für Inklusion, Herr Kresso.  

Was ist der Anlass unseres Gespräches. Unser deutsches Entwicklungshilfeministerium finanziert Personal in derartigen Projekten nur anteilsmäßig.  Das heißt im 1. Jahr 100%, im 2.Jahr 60% und im 3.Jahr 30%, darüber hinaus muss eine Garantie gegeben werden, das eingestelltes Personal auch über das Projektende weiter beschäftigt wird. Diese Vorgaben sind aus unserer Sicht korrekt.

Wir konnten unsere Vorstellungen für das Projekt ausführlich darlegen. Amela Halilovic war so nett, meine deutschen Aussagen zu übersetzen. Wir betonten sehr, dass Bosnien die UN Menschenrechtskonvention für Menschen mit Behinderungen (UN BRK) unterschrieben hat und sich somit verpflichtete, Inklusion zu verwirklichen. Wir sagten, dass eine Modellschule für Inklusion geschaffen wird auf die Gesamt Bosnien blicken wird und stolz sein kann. Der erste Eindruck im Gespräch war interessiert. Allerdings wurde nach einer Stunde deutlich, dass das Ministerium kein, bzw. nur geringes Interesse an einer Veränderung des Status quo hat.  Falsche Behauptungen über Maßnahmen und Beschulungen von Kinder mit Behinderungen wurden uns entgegengehalten. Mirsada Hodzic, der  die Lage im Land bestens vertraut ist, hielt dagegen, Ihre Argumente wurden ignoriert. Der Minister agierte nach dem Motto, „Was nicht sein darf, kann auch nicht sein“.  Man ließ uns regelrecht auflaufen. Ziemlich frustriert verließen wir nach mehr als 2 Stunden das Gebäude.

Letzter Abend

Fazit von Amela und mir: Wir machen weiter. Allerdings in veränderter Form. Wenn wir es mit unserem Ministerium und der Stiftung plus Verein schaffen, 4 von 5 Punkten umzusetzen, dann ist auch dieses ein Fortschritt.

Dann eben „Schritt für Schritt“ mit den entsprechenden Sicherheiten.

 

28.07.16

Gespräch im bosnischen Fernsehen. 12.00 Uhr TV „Mittagsmagazin“ oder so ähnlich.  Mirsada Hodzic, Amela Halilovic und ich hatten Gelegenheit, bei einer Livesendung eine halbe Stunde lang unser Projekt vorzustellen und die Fragen der Moderatorin zu beantworten. Ein wichtiges Stück Öffentlichkeitsarbeit.  Es war ein schönes, ein gutes Gefühl, das Projekt  „Eine Schule für ALLE Kinder in Bosanska Krupa“ den bosnischen  TV - ZuschauerInnen  zu präsentieren.
Die Sendung hat für Interessierte, jeweils Amela und ich auf einem  USB Stick.
Abends gab es ein Abschiedsessen an der UNA, dann wurde gepackt.

 

29.07.16

Um 8.00 Uhr kamen Mirsada und Alisa zur Verabschiedung, ein letzter (starker) bosnischer Kaffee machte uns fit für die Rückreise.

An der Grenze nach Kroatien gab es noch ein Erlebnis der besonderen Art: Nachdem wir an der Grenze mit dem Lkw plus Anhänger bosnischen Zoll u. Polizei, sowie kroatischen Zoll u. Polizei passiert hatten, nahmen wir den auf der kroatischen Seite befindlichen Bulli mit Anhänger in Betrieb und fuhren los. Nach 2 km stoppte uns die kroatische Polizei mit Blaulicht und „baten“ uns wieder zur Grenze zurück zu fahren. Ohne Angaben von Gründen. Wir leisteten zweckmäßiger Weise keinen Widerstand und taten wie befohlen.  An der Grenze gab es eine konzertierte Aktion der bosnischen und kroatischen Grenzbeamten. Man ließ sich die (leeren) Ladeflächen zeigen. Man ging zur Beratung weg, man kam wieder, man redete: „Sorry, alles ein Missverständnis!“  Die Reise ging endlich – ohne Polizeieskorte – weiter.
Weiter in einen Stau, in einen Stau und immer wieder in einen Stau.
Urlauber – Rückreisewelle. Wir hofften um 5.00 Uhr nach 20 Stunden in Ahrweiler zu sein.

30.07.16

7.00 Uhr Ankunft in Ahrweiler. 23 Stunden waren wir unterwegs. Jeder von uns hat im Bulli mal 1-2 Stunden geschlafen. Manni hatte seine Frau um 6.00 Uhr an getickert, so, dass wir um 7.00 Uhr Kaffee und belegte Brote bei ihm zu Hause bekamen. Das war Klasse.
Nachdem ich noch bei Werner duschen konnte, wir hatten teilweise mehr als  30 Grad unterwegs im Auto, alles ohne Klimaanlage, fuhr ich gen Heimat.
Es war eine anstrengende, aber interessante und wichtige Reise.

Ein „Danke schön“ geht an Werner für die Idee meines Mitreisens und an den Wegbegleiter Manni.

Wie geht es weiter mit unserem Projekt?

Werner hat mir angeboten Anfang Oktober mit ihm einen gebrauchten Transit für „Radosti Druzenja“ zu überführen. Ich hätte dann die Gelegenheit, die Tagesförderschule mit ihren Menschen in Aktion zu sehen.
Schließlich geht es um die Menschen mit Behinderungen und die Arbeit mit Ihnen in der Tagesförderschule. Das möchte ich sehr gern kennen lernen.
Hoffentlich klappt es mit der Überführung, Amela und ich bereiten einen Kurzantrag mit einer groben Schätzung für die Gesamtkosten des Projekts für das BMZ vor, damit Haushaltsmittel in 2017 nach einer Antragsbewilligung zur Verfügung stehen.
Der Vorstand der Stiftung in Castrop und die Mitglieder des Vereins in Bottrop werden informiert.
Noch ein Satz zur Finanzierung des Projektes: Bis zu 75% kann das BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit über einen gestellten Antrag bewilligen, 15% trägt nach Zusage des Bürgermeisters von Bosanska Krupa die Gemeinde, 10% werden die Stiftung und der Verein über eine Spendensammlung bereitstellen müssen.

 

 

H. Sch. 09.08.16