Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać Hilfstransport

Vom 04.bis 08.12. waren wir zu unserem diesjährigen dritten Hilfstransport unterwegs. Zusammen mit dem WorldBeatClub Bochum, der Bosnienhilfe Hamm, der Grenzenlose Wärme e. V.  aus Dortmund und dem Roten Kreuz Ahrweiler haben wir uns zuvor zum „Netzwerk Bosnienhilfe NRW“ zusammengeschlossen und haben einen Hilfetransport für das bosnische Rote Kreuz in Bihać vorbereitet. Von Bihać im Norden Bosniens werden die Camps in Bosanska Petrovac, Ključ und auch, das aus dem Medien bekannte, Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać.

Begonnen hat unser Transport mit dem Beladen unseres Transporters beim Roten Kreuz in Hamm. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Bottrop und Montabauer trafen wir uns dann nachts um eins in Österreich mit dem Dortmunder Fahrzeug aus unserem Konvoi.

Von Haag am Hausruck ging es dann durch die Nacht über Slowenien und Kroatien an den bosnisch-kroatischen Grenzübergang bei Izačić. Innerhalb von einer halben Stunde waren wir mit unserem Konvoi aus Kroatien ausgereist und standen somit vor der bereits bekannten Problematik, dass sich die Einreise für humanitäre Transporte in Bosnien aktuell als etwas langwieriger gestaltet. Da uns, nach Auskunft des Zolls, ein bestimmtes Papier fehlte, bei welchem es sich um eine Ladeliste in einem bestimmten Format handelte, für die unsere Ladeliste nicht reichte musste uns eine lokale Spedition diese Ladeliste ausfüllen, damit wir mit dem Material nach Bosnien einreisen durften.

 

Nach etwas über vier Stunden Wartezeit konnten wir dann die Grenze passieren und so kamen wir gut 29 Stunden nach unserer Abfahrt an unserer Unterkunft in Bihać an. Vor Ort wurde dann noch etwas umgeladen und dann ging es abends aber auch früh ins Bett.

 

 

Am Freitag stand dann das Ausladen auf dem Plan und so ging es erst zum Lagerhaus des Crveni Kriz Bihac (Rotes Kreuz Bihac) und danach zu dem kleinen Lager des SOS Team in Bihać.

 

Nach dem wir beim Crveni Kriz Bihać ausgeladen hatten, bot uns der Leiter, Selam Midzic, an, dass er uns zu dem Camp Vućjak begleiten könne, um uns dort über die Situation aufzuklären.


 

 

 

 

 

So ging es für uns über Schotterpisten ein gutes Stück raus aus Bihać zu der ehemaligen Müllhalde, auf welcher vor 177 Tagen das Camp Vućjak eröffnet wurde.

In dem Camp wohnen zu diesem Zeitpunkt ca 400-500 Geflüchtete junge, wie auch ältere Männer, vorwiegend aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Indien. Unter ihnen auch immer wieder Minderjährige. Zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, befanden sich die Bewohner des Camps bereits seit 4 Tagen im Hungerstreik, aufgrund des nahenden Winters und den unmenschlichen Zuständen in diesem Camp.

 

Man macht  sich also auf den Weg in Richtung des Camps, verlässt die Straße und fährt kilometerlange Schotterpisten auf welchen man schon immer wieder zwischendurch vereinzelte Grüppchen von Menschen sieht, die sich in Deckeln gewickelt und teils mit verdreckten Badelatschen, in Jogginghosen und dünnen Sweatshirts entweder auf dem zweistündigen Weg in die Stadt oder auf dem noch etwas längeren Rückweg befinden

Wenn man dann vor dem Camp den Wachposten passiert und man am Ende des Weges bereits die ersten Zelte erkennen kann, merkt man ein weiteres Mal, wie weit entfernt man hier von allem ist und auch ein bisschen, wie weit die politischen Entscheidungsträger*innen von dieser Realität entfernt sind. Direkt am Anfang des Camps haben die streikenden Bewohner sich versammelt und zwischen ihnen ragen Pappschilder auf, auf denen sie die EU anklagen, dass diese sich ihrer Verantwortung entzieht und die Grenzen geöffnet werden sollen damit eben niemand dort erfriert.

 Auch ist es surreal für uns, durch dieses Camp zu laufen.. als gerne Gruppe kommt man sich ein bisschen vor wie auf einer Besichtigungstour und das einem die Polizisten nicht vor der Seite weichen macht es auch nicht besser. Nur wir werden begleitet. Das Kamerateam, eines bosnischen Fernsehsenders bewegt sich frei und so steht in diesem Schlamm eine Reporterin, mit Plastiktüten um ihre Schuhen und interviewt einige der Männer, die Englisch können die jedoch teilweise bei unangenehmen kalten Temperaturen und frostigem Wind nur in komplett verdreckten Badeschlappen oder Turnschuhen dort neben ihr stehen.

 Über diesen Zelten liegt auch dauerhaft der Qualm in der Luft, welcher von den Feuern ausgeht, die die Menschen dort in ihrem Zelten anzünden. Die Gefahr eine Rauchvergiftung zu erleiden ist laut eigenen Auskünften gerade ihr kleinstes Problem und so ziehen sich immer mal wieder aus der protestierende Menge welche in die verqualmten nahestehenden Zelte zurück zum aufwärmen.

 Am hinteren Ende des Camps sieht man dann den Weg, welcher in die vermeintliche Freiheit, nach Europa, führen soll..

Text: Sebastian


Laptops für die Schule in Bihac Ausführung durch den DRK- Kreisverband Ahrweiler mit Unterstützung von Herbert Schröer

Die Laptops sind wohlbehalten angekommen.

hier die Info von der Schule.


Sehr geehrter Herr Schröer,

mein Name ist Edin Pašić und ich arbeite in Grundschule "Kamenica" in Bihac, Bosnien und Herzegowina.

Direktor der Grundschule Kamenica, Frau Almina Dizdaric, hat mir gesagt, dass ich Ihnen einen Bericht über gespendete Computer und Bilder schicke.

Daher möchte ich Sie darüber informieren, dass alle Computer in einwandfreiem Zustand sind und funktionieren. Im Anhang haben Sie Fotos.

Noch einmal, vielen Dank Ihnen und an alle Spender für ihre Hilfe!

Hilfsgütertransport nach Bosnien u. Herzegowina Ausführung durch den DRK- Kreisverband Ahrweiler

Reisebericht vom 05.01. bis 13.01.2018 von Gerd Schricker

In den Kleinstädten Bosanski Petrovac und  Bosanska Krupa ist eine hohe Arbeitslosenquote (bis zu 80 % ) und Armut zu verzeichnen. Die Leidtragenden sind wie so oft Kinder und alte, kranke Menschen.

Insbesondere die Waisenkinder in beiden Gemeinden, will der Bottroper Verein „Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ unterstützen. Für 47 Waisenkinder, die im Sommer erstmalig in die Schule gehen, wurden Schulranzen beschafft.  Darüber hinaus soll zu einem späteren Zeitpunkt Sportkleidung für die benachteiligten Kinder gekauft werden. Hierzu die erste Vorsitzende Amela Halilovic: „Die Kinder leben in finanziell schlecht ausgestatteten Waisenhäusern. Die Leitungen dieser Häuser bitten uns um Hilfe, damit alle Waisenkinder am Sportunterricht teilnehmen können. Wir bitten die Bottroper Bevölkerung, uns bei dieser geplanten Aktion finanziell zu unterstützen.“

Mit Hilfe der gemeinnützigen Organisation „Labdoo Rhein - Ruhr“ in Mülheim, wurden 64 PC  -Schülerlernplätze , bestehend aus einem (gebrauchten)  PC, Monitor, Tastatur und Maus, sowie mit einer Lernsoftware in bosnischer Sprache, von den Bottroper Vereinsmitgliedern in den letzten Tagen verpackt. In 14 Tagen treten die 40 Kartons die Reise in den Nordwesten Bosniens an. Das Rote Kreuz Ahrweiler, wird dankenswerter Weise diesen Transport durchführen. 

Lehrer und Kinder in Bosanski Petrovac freuen sich darauf, dass endlich das Computerzeitalter an ihren Schulen Einzug hält. 

Weitere Schulen werden im Herbst, wiederum in Kooperation mit Labdoo folgen. Herbert Schröer vom Bottroper Verein; „Wenn wir nicht die Schul – und Ausbildungssituation der Kinder in Bosnien verbessern, werden sie sich eines Tages auf den Weg machen, um woanders ihr Glück zu finden.“

Bisher wurden 316 gebrauchte Computer mit Lernsoftware durch die Aktivitäten beider Vereine an Bosniens Schulen geliefert. Die Lehrer vor Ort bestätigen eine verbesserte Motivation der Schülerinnen und Schüler durch den Einsatz dieser Lernmittel.

Bitte um finanzielle Unterstützung für Waisenkinder in Bosnien:

Spendenkonto: IBAN: DE 10 4245 1220 0000 0375 49

Kontakt: Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V. Gerichtsstr. 3 46238 Bottrop Tel. 23019 www.aktion-bosnien.eu


Hilfstransporte Perspektiven im eigenen Land verbessern

Unter diesem Stichwort führt der Verein, gemeinsam mit Partnern. immer wieder Hilfstransporte nach Bosnien durch:

    • Geprüfte, gebrauchte Laptops und Pc‘ s erhalten wir von der gemeinnützigen Organisation „Labdoo.org“ in Mülheim. Diese werden von uns sicher verpackt und per Lkw an bosnische Schulen versandt. Mit diesen Geräten und den installierten Lernsoftwareprogrammen in den Sprachen Bosnisch, Englisch und Deutsch sind die Lehrerinnen und Lehrer in der Lage Kinder zukunftsorientiert zu unterrichten.
      Die Transporte müssen durch Spenden finanziert werden.
    • Gemeinsam mit der „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“ in Castrop-Rauxel wurde eine komplette Gruppenausstattung für einen Kindergarten nach Bosanska-Krupa transportiert.
    • Ebenfalls mit der o.g. Stiftung wurde eine komplette Friseurladeneinrichtung in Castrop-Rauxel demontiert, verpackt und nach Bosnien gebracht. Die Ausstattung wird in 2016 und darüber hinaus unter dem Motto „Chancen für die Zukunft“ genutzt, um Jugendliche in den Berufen: Friseur/Friseurin, Fußpfleger/Fußpflegerin und Kosmetiker/ Kosmetikerin auszubilden.

    Weitere dringend benötigte Güter werden durch uns zusammen- gestellt, verpackt, es werden Deklarationslisten für den Zoll erstellt, der Transport organisiert, der Lkw beladen und finanziert.

    Kontakt

    Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

    Gerichtstsr. 3

    46236 Bottrop

    Telefon +49 2041 23 0 19

    Telefax +49 2041 68 80 54

     

    Öffnungszeiten:

    Freitag von 10 bis 12 Uhr


    E-Mail