Mittelalter

Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei historischen Regionen. Bosnien und die Herzegowina. Der Landesname Bosnien leitet sich vom Fluss Bosna ab, der nahe der Hauptstadt Sarajevo entspringt. Der Name Herzegowina geht auf den Herrschertitel Herceg = Herzog (Hercegovina=Herzogsland) zurück. In der Antike lange Teil des Römischen Reiches (Provinz Dalmatia), wurde die Region um 600 slawisch besiedelt.

Osmanisches Reich

Im 15. Jh. wurde Bosnien von den Osmanen erobert. Durch die Einwanderung der Osmanen nach Bosnien entstanden viele Moscheen und es kam vermehrt zu Konversionen der christlichen Bevölkerung zum Islam. Im 16. Jh. wurde das Eyalet Bosnien gegründet, welches das Gebiet des heutigen Gesamtstaates Bosnien-Herzegowina, Teile Kroatiens, Montenegros, sowie den Sandschak von Novi Pazar umfasste.

Habsburger Monarchie und Erster Weltkrieg

Nach dem Sieg der Russen über die Osmanen wurde durch den Berliner Kongress die osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina unter österreichisch-ungarische Verwaltung gestellt. Das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo wird als ein wesentlicher Auslöser des Ersten Weltkrieges angesehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land Bestandteil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien).

Königreich Jugoslawien (1918 bis 1941)

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Bosnien und Herzegowina Teil des Königreichs Jugoslawien. In dem neu gegründeten südslawischen Vielvölkerstaat herrschte der aus Serbien stammende König Petar I. (Petar Karađorđević). In dem Gesamtstaat selbst war die Stimmung der Bevölkerung angespannt, weil vor allem Slowenien und Kroatien nach einer eigenen politischen Unabhängigkeit strebten und die Serben den neu gegründeten Staat ausschließlich serbisch prägen wollten. In Bosnien-Herzegowina war die Situation dementsprechend, allerdings zwischen den Bosniaken, Kroaten und Serben.

Im Frühjahr 1941, während des Zweiten Weltkrieges, wurde das Land von Truppen des Deutschen Reiches und Italiens besetzt. Man unterteilte den Staat in Einzelrepubliken; Bosnien-Herzegowina wurde mit Kroatien zu einem faschistischen Vasallenstaat namens Unabhängiger Staat Kroatien erklärt.

Jugoslawien

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand mit der Gründung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien ein Bundesstaat mit den sechs Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien und Serbien mit den Autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina. Die Sozialistische Republik Bosnien und Herzegowina war flächenmäßig die drittgrößte Teilrepublik.

Unabhängigkeitserklärung

Nach dem Ende des Kommunismus in Europa Anfang der 1990er Jahre stimmte die Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina, bei einem von Serben weitgehend boykottierten Referendum, mit 99,4 % für eine staatliche Souveränität. So erklärte das Land am 2. März 1992 seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawien und war zunächst eine Republik unter dem offiziellen Namen Republik Bosnien und Herzegowina (Republika Bosna i Hercegovina).. Die internationale Anerkennung erfolgte am 17. April 1992.

Es folgten drei Jahre Krieg zwischen serbischen, kroatischen und bosniakischen Einheiten. Am Ende des Bosnienkrieges stand der 1995 in Dayton (USA) paraphierte und in Paris am 14. Dezember unterzeichnete Dayton-Vertrag, der aus einer einheitlichen die föderale Republik Bosnien und Herzegowina schuf, die allerdings noch unter den Folgen des Krieges und den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen leidet. Zwar bestehen keine Konflikte zwischen den bosnischen Normalbürgern, allerdings steckt das Land weiterhin in einer politischen Krise, da die bosniakischen Politiker den Gesamtstaat nach den EU-Forderungen zentralisieren möchten, die kroatischen Politiker sich für ein neues Wahlrecht einsetzen und die Serben eine weitere Dezentralisierung des Staates fordern oder gar mit der Abspaltung der Republika Srpska drohen.