Coronabedingter Ausfall unserer Aktivitäten

zum ersten Mal seit Beginn der Corona Pandemie musizierte und probte die beliebte Band „Old School Boys“ im heimischen Garten, mit dem Corona Mindestabstand.

Der 2. Vositzende unseres Vereins, Herbert Schröer lauschte den gut gelungenen Musikstücken (Dylan, Cash, Clapton, Lindenberg usw.) und bedankte sich mit einer Kiste „Flens“ für Ihre

Bereitschaft im letzten Monat ein Benefizkonzert zugunsten der sozialen Aktivitäten des Vereins Aktion-Leben und Lernen in Bosnien e. V. durchzuführen. Leider machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Aber Wolli, Klaus und Jürgen versprachen im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu starten.

Danke Jungs.

Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać Hilfstransport

Vom 04.bis 08.12. waren wir zu unserem diesjährigen dritten Hilfstransport unterwegs. Zusammen mit dem WorldBeatClub Bochum, der Bosnienhilfe Hamm, der Grenzenlose Wärme e. V.  aus Dortmund und dem Roten Kreuz Ahrweiler haben wir uns zuvor zum „Netzwerk Bosnienhilfe NRW“ zusammengeschlossen und haben einen Hilfetransport für das bosnische Rote Kreuz in Bihać vorbereitet. Von Bihać im Norden Bosniens werden die Camps in Bosanska Petrovac, Ključ und auch, das aus dem Medien bekannte, Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać.

Begonnen hat unser Transport mit dem Beladen unseres Transporters beim Roten Kreuz in Hamm. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Bottrop und Montabauer trafen wir uns dann nachts um eins in Österreich mit dem Dortmunder Fahrzeug aus unserem Konvoi.

Von Haag am Hausruck ging es dann durch die Nacht über Slowenien und Kroatien an den bosnisch-kroatischen Grenzübergang bei Izačić. Innerhalb von einer halben Stunde waren wir mit unserem Konvoi aus Kroatien ausgereist und standen somit vor der bereits bekannten Problematik, dass sich die Einreise für humanitäre Transporte in Bosnien aktuell als etwas langwieriger gestaltet. Da uns, nach Auskunft des Zolls, ein bestimmtes Papier fehlte, bei welchem es sich um eine Ladeliste in einem bestimmten Format handelte, für die unsere Ladeliste nicht reichte musste uns eine lokale Spedition diese Ladeliste ausfüllen, damit wir mit dem Material nach Bosnien einreisen durften.

 

Nach etwas über vier Stunden Wartezeit konnten wir dann die Grenze passieren und so kamen wir gut 29 Stunden nach unserer Abfahrt an unserer Unterkunft in Bihać an. Vor Ort wurde dann noch etwas umgeladen und dann ging es abends aber auch früh ins Bett.

 

 

Am Freitag stand dann das Ausladen auf dem Plan und so ging es erst zum Lagerhaus des Crveni Kriz Bihac (Rotes Kreuz Bihac) und danach zu dem kleinen Lager des SOS Team in Bihać.

 

Nach dem wir beim Crveni Kriz Bihać ausgeladen hatten, bot uns der Leiter, Selam Midzic, an, dass er uns zu dem Camp Vućjak begleiten könne, um uns dort über die Situation aufzuklären.


 

 

 

 

 

So ging es für uns über Schotterpisten ein gutes Stück raus aus Bihać zu der ehemaligen Müllhalde, auf welcher vor 177 Tagen das Camp Vućjak eröffnet wurde.

In dem Camp wohnen zu diesem Zeitpunkt ca 400-500 Geflüchtete junge, wie auch ältere Männer, vorwiegend aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Indien. Unter ihnen auch immer wieder Minderjährige. Zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, befanden sich die Bewohner des Camps bereits seit 4 Tagen im Hungerstreik, aufgrund des nahenden Winters und den unmenschlichen Zuständen in diesem Camp.

 

Man macht  sich also auf den Weg in Richtung des Camps, verlässt die Straße und fährt kilometerlange Schotterpisten auf welchen man schon immer wieder zwischendurch vereinzelte Grüppchen von Menschen sieht, die sich in Deckeln gewickelt und teils mit verdreckten Badelatschen, in Jogginghosen und dünnen Sweatshirts entweder auf dem zweistündigen Weg in die Stadt oder auf dem noch etwas längeren Rückweg befinden

Wenn man dann vor dem Camp den Wachposten passiert und man am Ende des Weges bereits die ersten Zelte erkennen kann, merkt man ein weiteres Mal, wie weit entfernt man hier von allem ist und auch ein bisschen, wie weit die politischen Entscheidungsträger*innen von dieser Realität entfernt sind. Direkt am Anfang des Camps haben die streikenden Bewohner sich versammelt und zwischen ihnen ragen Pappschilder auf, auf denen sie die EU anklagen, dass diese sich ihrer Verantwortung entzieht und die Grenzen geöffnet werden sollen damit eben niemand dort erfriert.

 Auch ist es surreal für uns, durch dieses Camp zu laufen.. als gerne Gruppe kommt man sich ein bisschen vor wie auf einer Besichtigungstour und das einem die Polizisten nicht vor der Seite weichen macht es auch nicht besser. Nur wir werden begleitet. Das Kamerateam, eines bosnischen Fernsehsenders bewegt sich frei und so steht in diesem Schlamm eine Reporterin, mit Plastiktüten um ihre Schuhen und interviewt einige der Männer, die Englisch können die jedoch teilweise bei unangenehmen kalten Temperaturen und frostigem Wind nur in komplett verdreckten Badeschlappen oder Turnschuhen dort neben ihr stehen.

 Über diesen Zelten liegt auch dauerhaft der Qualm in der Luft, welcher von den Feuern ausgeht, die die Menschen dort in ihrem Zelten anzünden. Die Gefahr eine Rauchvergiftung zu erleiden ist laut eigenen Auskünften gerade ihr kleinstes Problem und so ziehen sich immer mal wieder aus der protestierende Menge welche in die verqualmten nahestehenden Zelte zurück zum aufwärmen.

 Am hinteren Ende des Camps sieht man dann den Weg, welcher in die vermeintliche Freiheit, nach Europa, führen soll..

Text: Sebastian


Spende des Altherren Fußballvereins Lünen sowie Malerbetrieb Extra und F&S Inhaber Samir Sabanovic und seine Mitarbeiter

Malerbetrieb Extra und F&S Inhaber Samir Sabanovic und seine Mitarbeiter spendeten gemeinsam mit den Altherrenfußballern des Lüner SV fast 1.000 € für Menschen mit Behinderungen in der Einrichtung „DRIN“ die in der Stadt Fojnica, Bosnien und Herzegowina.

 

Der Bottroper Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ bringt das Geld mit anderen Hilfsgütern zu den Menschen vor Ort und wird mit Ihnen gemeinsam dringend benötigte Lebensmittel, Kleidung usw. kaufen und Ihnen direkt zukommen lassen.

 

Ein herzliches „Danke schön“ an beide Spenderguppen.