Am 27.03.2025 fand die erste Mitgliederversammlung des Jahres 2025 statt.
Wir freuen uns, dass wir neue Mitglieder in unserem Verein begrüßen durften.
Bei der Versammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt.
1. Vorsitzender: Samir Corkadi
2. Vorsitzender: Herbert Schröer
1. Beisitzerrin: Tamara Tabaković-Halilović
2. Beisitzer: Semir Hasanspahić
Die Finanzverwaltung übernimmt bis zur nächsten Sitzung kommissarisch Hauke van der Pütten
Die Mitglieder bewerteten die Arbeit des bisherigen Vorstands insgesamt als äußerst positiv.
Zahlreiche wertvolle Initiativen und erfolgreiche Aktionen haben dazu beigetragen, Menschen vor Ort in Bosnien und Herzegowina zu unterstützen.
Mit frischem Elan gehen wir nun die kommenden Aufgaben an – es gibt viel zu tun!
Für die Veranstaltung haben sich auch Oberbürgermeister Herr Thomas Westphal und andere Größen, wie z.B. die Generalkonsulin Bosnien und Herzegovinas, Višnja Loncar, angekündigt. Als Vertreter der Dortmunder Religionsgemeinschaften nehmen u.a. Friedrich Stiller, Aiman Mazyek, Zenahir Mrakovac, Leonid Chraga und Don Zrinko Teil.
Amanet e.V. möchte mit dieser jährlichen Veranstaltung an die Opfer des Bosnienkrieges gedenken. An den bisherigen Veranstaltungen nahmen neben tausenden Teilnehmer:innen des Marsches, mehrere Minister, Staatssekretäre, Mitglieder des Land- und des Bundestages und andere Funktionäre teil.
Ziel ist es, eine Erinnerungskultur in Deutschland zu verankern und nationalistischem Streben entgegenzuwirken
Am 17. Juni 2023 wird der traditionelle Schweigemarsch zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Srebrenica (Bosnien und Herzegovina) in Dortmund abgehalten. Organisiert wird das Gedenken durch Amanet e.V. – der Verein kann erneut hochkarätige Gäste für die Gedenkveranstaltung in Dortmund willkommen heißen.
Zwischen dem 11. und 17. Juli 1995 haben serbische Truppen an bosnischen Muslimen in der damaligen UN-Schutzzone Srebrenica ein Massaker verübt. Über 8.000 Menschen wurden hingerichtet. Alljährlich wird zum Gedenken an die Opfer dieses Völkermordes ein Schweigemarsch und eine Abschlusskundgebung in Dortmund durchgeführt.
https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2023/06/srebrenica-2023-a.jpeg
Die Organisatoren von Amanet e.V. freuen sich über eine rege Resonanz aus Politik, Religion und Kultur und laden auch die Bevölkerung zur Teilnahme ein.
Der Ausgangspunkt des Marsches befindet sich an der Katharinenstraße gegenüber dem Hauptbahnhof und der Zug wird sich um 14.45 Uhr, vom Platz von Buffalo in Bewegung setzen. Die Abschlusskundgebung findet um 16 Uhr am Platz der alten Synagoge statt. Als Redner konnten dieses Jahr namenhafte Persönlichkeiten gewonnen werden.
So wird Frau Simchen-Kahrimanovic als Zeitzeugin von ihren Erfahrungen während ihrer Gefangenschaft im Konzentrationslager Trnopolje berichten. Darüber hinaus werden sich der ehemalige kroatische Präsident Dr. Stipe Mesic sowie der Bundestagsabgeordnete Adis Ahmetovic und der Landtagsabgeordnete Volkan Baran an das Publikum wenden.
Wenn man verreist, gibt es irgendwann diesen Moment, in dem man realisiert, dass man jetzt wirklich weg ist, ganz raus aus dem Alltag und unterwegs auf neuen Pfaden. Bei meiner ersten Reise nach Bosnien und Herzegowina (BIH) kam dieser Moment für mich beeindruckend schnell – wie das unbemerkte Eintauchen in einen Film, was auch meine ursprüngliche Verbindung zu dieser Reise ist.
Dieses Gefühl des Loslösens stellt sich nachts zwischen drei und vier Uhr morgens am 15.8.22 ein, als ich bei freier Fahrbahn, meditativ gestimmt, durch zahlreiche Tunnel in den österreichischen Alpen fahre. Rechts neben mir macht Herbert Schröer vom Bottroper Verein Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V. (& Facbook-Account des Vereins) gerade ein Nickerchen, nachdem er selbst die letzten 3 ½ Stunden gefahren ist.
Um mich wach zu halten, gehe ich gedanklich Filme durch, die es beim BIH Looks Around Film Festival in Bottrop zu sehen gab. Ich denke unter anderem an diesen: ZAŠTO MAMA VAZDA PLAČE? / WHY IS MOM ALWAYS CRYING? Der Film der Regisseurin Karmen Obrdalj nimmt die Zuschauer*innen mit auf Enas Busfahrt in eine andere Region des Landes, zwischen Mostar und Pustograd, wohin die junge Familie während des Bosnienkrieges (1992-95) floh und wo ihr Vater in Gefangenschaft geriet. Die Protagonistin Ena entdeckt die Liebesbriefe ihrer Eltern und liest sie vor, während die Landschaft an ihr vorüber zieht. Die Eltern schickten einander Briefe, während sie im Krieg voneinander getrennt waren, am zu dieser Zeit hoffnungslosesten Ort der Welt: in Bosnien und Herzegowina.
Dies ist nun lange her. Aber ich denke an die Erzählerin des Films wie sie mithilfe der Briefe über diese aufreibende und z.T. erschreckende Vergangenheit dieses Landes nachdenkt, die vor 20 Jahren hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat. Ich bin froh, dass das nun lange vorüber ist und bin gespannt, was mich erwartet.
Herbert macht diese Fahrt schon zum sechsten Mal. Die vorherigen gingen zum Teil auch weiter, bis Sarajevo und drüber hinaus. Die Reisen hat er auf dem Blog des Vereins dokumentiert. Wir sind unterwegs nach Bihać im Westen, einem eher muslimisch geprägten Teil Bosniens, um einige nützliche Dinge dorthin zu bringen: Schulranzen und Computer für eine Schule, medizinisches Equipment für ein Krankenhaus, Kinderkleidung und zwei spezielle Lesehilfen für eine Behinderteneinrichtung, in der wir übernachten und Kinderwagen für eine soziale Hilfseinrichtung in Bosanska Krupa. Viel mehr als diese Überblicksinformationen habe ich nicht, als wir zu unserer sechstägigen Reise aufbrechen. Das mühsame Beladen des Transporters hatten zu meinem Glück bereits mehrere Helfer*innen des Vereins und Spender*innen der Hilfsgüter (aus Bottrop, Hamm, Werne und Castrop-Rauxel) erledigt. Und Herbert hatte zuvor den aufwendigen Papierkram mit den Zollbehörden bewältigt.
Vernetzung & Bündelung der Kräfte schafft Perspektiven
Vereine aus Bottrop & Hamm Gastgeber eines hochkarätig besetzten Workshops für NRW-Hilfsorganisationen im Westbalkan.
„(Gemeinsam) Perspektiven entwickeln für NRW-Hilfsgruppen im Westbalkan“ lautete die Überschrift des Präsenz-Workshops am Wochenende in Bottrop. Federführend organisiert und durchgeführt von der „Aktion Leben & Lernen in Bosnien“ aus Bottrop und den „Bosnienfreunden“ aus Hamm. Beide Vereine gehören zum Netzwerk Bosnienhilfe NRW.
Neben zahlreichen Helfergruppen, Vereinen und Initiativen aus Gelsenkirchen, Bonn, Bottrop, Herten, Hamm oder sogar aus Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) freute die Gastgeber vor allem die Zusagen von Vertretern der Südosteuropa-Gesellschaft, der Staatskanzlei NRW (Landesregierung) sowie von Engagement Global (Finanzieller Förderer von Projekten u.a. im Westbalkan).
Der Hauptfokus aller Teilnehmenden und Referenten liegt in der weiteren Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung aller ehrenamtlichen Akteure in den Westbalkan-Staaten. Soziales Engagement könne in vielen Fällen gebündelt werden, da einige Zielorte der verschiedenen Helfergruppen (bspw. in Bosnien) zum Teil in denselben Regionen liegen.
Vor allem bei Transporten oder bei Zollfragen ist gegenseitige Unterstützung hilfreich.
Wichtig ist allen Teilnehmenden die Unterstützung Ihrer Projekte durch Institutionen oder Behörden wie der Staatskanzlei NRW oder der Südosteuropa-Gesellschaft.
Auch die Frage nach möglichen Förderprogrammen von Engagement Global wurden stark nachgefragt.
Alle Anwesenden waren sich einig und bewusst, dass ehrenamtliches Engagement in den Westbalkan-Staaten auch viele Jahre nach Ende des Balkan-Krieges (endete im Dezember 1995) weiterhin sehr wichtig ist in Hinblick auch auf eine realistische EU-Perspektive eben jener Länder wie Bosnien, Albanien, Mazedonien oder auch Montenegro.
Die aktuelle Krisenstimmung durch neue nationalistische Töne vor allem von serbischer Seite in Bosnien-Herzegowina ist für die NRW-Helfergruppen Anstoß, gerade in unruhigen Zeiten weiter Unterstützung zu leisten. Auch, um dem fragilen Gesamtkonstrukt im Westbalkan Stabilität zu verleihen.
Herzliche Einladung ❣️
Lesung aus meinem Buch “Das Salz der Tränen" und der Film“ to tell a ghost“ Chris Piotrowicz Die Veranstaltung findet in Kooperation mit "Aktion - Leben und Lernen in Bosnien e.V.", dem Bündnis Buntes Bottrop und der Integrationsagentur Bottrop (Ev. Kirchengemeinde Bottrop) statt. Termin: Dienstag, 10.5.2022 um 19.00 Uhr Ort:
Martinszentrum, Ev. Kirchengemeinde Bottrop
Eintritt frei Anmeldung und weitere Infos: www.vhs-bottrop.de oder direkt zur Veranstaltung: bit.ly/3OW1g56
Wir leben in der Welt in der wir sehr oft vergessen wer wir wirklich sind. Aus der Heimat flüchten zu müssen, heißt nicht, dass wir von uns Selbst flüchten müssen. Umhüllt von Ängsten, mit eingeschränkten Gedanken können wir manchmal nicht anders. Aus diesem Grund sollte diese Veranstaltung dazu dienen, dass wir uns aus dem Korsett des Leidens befreien können auf verschiedene Art und Weise. Wir sind alle Autoren des eigenen Lebens, laufende Geschichten.
„Das Leben ist einmal rein und einmal raus“: Sagte man mir letzte Woche. Diese Worte sind unsere Realität. Wir kreieren unser Leben
Eine ehemalige Grundschule in Werne hat gute gebrauchte Schulmöbel abzugeben.
Dieses Angebot haben wir gerne genutzt und mit vielen Helfern die Möbel, Stühle, Tische, Schränke, Tafeln in einen zentralen Raum transporttiertzur Weiterverladung auf einen LKW in Richtung Bosnien Herzegowina.
Dort werden wir die Schulen in Bihac und Kalesna mit diesen Möbeln versorgen.
Ein Bosnien-Hilfstransport - Erste Etappe von Bottrop nach Bihać
Bevor davon berichtet wird, wie therapeutisch es für den Allerwertesten ist, 18 Stunden in einem kleinen Transporter zu sitzen und von Bottrop nach Bihać, der ersten Station des diesjährigen Hilfstransport nach Bosnien Herzegovina, zu tuckern, stellen wir die einzelnen Beteiligten kurz vor.
Vom Verein "Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V." grüßt der Michael, für den es der erste Hilfstransport ist. Eine Premiere ist es ebenfalls für die Doro, Unterstützerin bei "Aktionen – Stiftung für Menschen in Not" aus Castrop-Rauxel. Der Herbert, der in beiden Organisationen aktiv ist, ist der erfahrene Hase an Board. Er begleitete bereits mehrere Hilfstransporte und wird vor Ort wie ein alter Bekannter empfangen.
Doch zurück zum Transporter. Der transportierte nicht nur menschliche Fracht, sondern zog zusätzlich einen Ahänger befüllt mit Kleidung, Spielwaren, drei Betten, Rollatoren und einen Rullstuhl für die Einrichtung für Menschen mit Behinderung, "Radosti Druženja". Die Artikel werden im Hause selbst verwendet oder an Bedürftige vor Ort verteilt. Neben den Sachspenden erhielt die Leiterin Mirsada Hodžić Geldspenden beider Vereine in Höhe von 400,- Euro.
Am nächsten Tag ging es für das Trio zum Roten Kreuz der Stadt. Dies ist vor allem für sein Wirken im Flüchtlingslager in Bihać bekannt geworden. Nachdem zahlreiche andere Organisationen ihre Hilfe vor Ort bereits eingestellt haben, bleibt man unermüdlich. Da können die Behörden noch so häufig den Ort des Lagers wechseln, die Mitarbeiter des "Crveni Križ" finden immer ihren Weg und versorgen die auch heute noch dort verweilenden Flüchtlinge mit regelmäßigen Essenausgaben und weiteren guten Taten.
Diese Arbeit, wie auch die alltäglichen Angelegenheiten, um die sich das Rote Kreuz in der Stadt kümmert, wird von der "Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V." mit einer Geldspende in Höhe von 1.900 EUR und von den "Aktionen – Stiftung für Menschen in Not" mit einer Spende in Höhe von 640 EUR unterstützt, die Selam Midžić, der Verantwortliche des Roten Kreuzes der Stadt Bihać dankend in Empfang nahm.
Alle Geldspenden stammten aus entsprechenden Sammelaktionen, die die beiden Vereine bereits 2020 durchführten. Allen Spendern sei an dieser Stelle erneut gedankt! Wir hätten das Geld gerne früher in die lokalen, helfenden Hände übergeben, aber wie so oft erschwerte die Pandemie auch hier die Situation.
Ein Bosnientransport - Zweite Etappe von Bihać nach Fojnica
Von Bihać ging es nach Jajce. Die knappe Google Maps Anweisung, ca. 150km der Landstraße M5 zu folgen und man wäre am Ziel, machte diesen Teil der Reise so einfach wie beschaulich. Umgeben von bewaldeten Berglandschaften und dem ersten Hauch von Schnee, schlängelt sich die M5 an diversen Flüssen entlang, durch so manche Ortschaft und an so mancher Tankstelle vorbei, ehe man auf halber Strecke nach Sarajevo in Jajce landet.
Einer einzelnen, großzügigen und vor allem regelmäßigen Geldspende ist es zu verdanken, dass wir dem Direktor der örtlichen Schule, wie schon in den Jahren zuvor Unterstützung für das Frühstücksprogramm der Schule überreichen konnten.
Die Schule betreut ca. 600 Kinder, wobei nur die Hälfte selbst in das Schulgebäude in die Stadt kommen. Die übrigen verteilen sich auf Dorfschulen mit teilweise nur fünf bis sechs Schüler*innen. Nicht nur während der Coronazeit macht es sich die Schulleitung zur Aufgabe, die Schüler*innen mit einem Pausenbrot zu versorgen, was die Lehrer*innen in die Dörfer bringen.
Auf die Frage nach der Zukunft der dörflichen Jugend, gab es eher bedrückte Blicke. Auch wenn die Schulen von der ersten bis zur neunten Klasse durchgängig sind, endet die Schulpflicht in Bosnien nach der Grundschulzeit. Da ist es nicht verwunderlich, dass in der prekären Situation in den Dörfern statt der Bildung das Geldverdienen Priorität hat. Die Jugendlichen verbleiben entsprechend als Arbeiter auf den Höfen der Eltern, verdingen sich als Hilfsarbeiter in den nahegelegenen Städten oder versuchen ihr Glück in Europa. Gerade letzteres ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ein deutscher Midijobber im Monat mehr verdient als die Lehrer*innen in Bosnien.
Im zweiten Abschnitt der Etappe blieb man der M5 treu und es ging weiter gen Osten nach Fojnica. Dort befindet sich das zweite Ziel dieser Etappe, die größere Einrichtung für psychisch und körperlich Behinderte, DRIN. (Nebenbemerkung für die phonetisch Interessierten: DRIN reimt sich auf Wien)
Einem kleineren Krankenhaus nicht unähnlich, werden hier ca. 500 Klient*innen meist dauerhaft stationär behandelt oder in Wohngruppen im umliegenden Gebiet betreut. Um den Alltag zu gestalten, gibt es diverse Werkstätten, in denen zBsp. Taschen genäht oder Schmuckkästchen aus Holz gebaut, verziert und schließlich zum Verkauf angeboten werden. Auch Alltägliches wie Wäsche waschen oder das Haare schneiden, wird von den Bewohner*innen selbständig erledigt.
In naher Zukunft kann, dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der "Aktionen – Stiftung für Menschen in Not", ein Keramikofen angeschafft und somit das Beschäftigungsangebot der Bewohner*innen um einen nicht unwesentlichen Punkt bereichert werden!
In Sarajevo trifft das Trio auf Samir, einem weiteren Mitglied des Vereins "Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.", der die Herbstferien mit Familie in der bosnischen Hauptstadt verbringt. Zusammen mit seiner Mutter, die hier lebt, begrüßt er uns an der nächsten Station des diesjährigen Hilfstransports, dem Centar za Zdravo Starenje Novo Sarajevo (übersetzt: das Zentrum für gesundes Altern in Neu-Sarajvo).
Das vor über zehn Jahren von der Stadt ins Leben gerufene Projekt ist viel mehr als eine simple Begegnungsstätte für Senior*innen, für die man sie aufgrund des Namens halten könnte. Schon vor dem ersten obligatorischen Tässchen Kaffee wird klar, dass "Jungbrunnen" eine definitiv passendere Bezeichnung wäre!
Das Centar befindet sich inmitten 20-stöckiger Plattenbauten, deren dürftig verspachtelte Fassaden noch heute vom Krieg erzählen. Ein junges, sehr engagiertes Team aus Haupt- und Ehrenamtler*innen sorgt für ein vielfältiges und abwechslungsreiches Angebot, wobei die Besucher*innen auch viel in Eigenregie machen.
Nach dem Frühsport, gerne in Kooperation mit Schulen und Kindergärten, können die künstlerisch Interessierten in Mal-, Stick- und Bastelkursen ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellen. Es wird gemeinsam gekocht, getanzt und gefeiert, und wenn die Beine nicht mehr wollen, setzt man sich zusammen und plaudert bei Kaffee und Kuchen. Für die Sportlicheren steht sogar eine Tischtennisplatte zur Verfügung. Da kann der bisherige Rentner*innen-Alltag, der uns als eine Mischung aus Fernsehgucken und Mittagsschläfchen beschrieben wird, nur alt aussehen. Es verwundert also nicht, dass mittlerweile mehrere Stadtteile Sarajevos über ihre eigenen Zentren verfügen.
Dank der Organisation Labdoo, die uns mit Laptops und PCs versorgte, können wir unserem Lernauftrag gerecht werden und das Projekt mit Zugängen zu den neuen Medien ausstatten. Es sind bereits Kurse geplant, in denen Interessierte an die digitale Welten und das Internet herangeführt werden sollen. Auch die Kontaktaufnahme zBsp. zu den Enkel*innen via E-Mail, Social Media und sogar per Webcam steht auf der Agenda.
Nach vielen Umarmungen, einer kleinen Autopanne, sowie einem Auftritt im lokalen Fernsehen, lassen wir den Tag mit einem Besuch der Altstadt ausklingen. Samir erwies sich als gelehrter und begeisternder Fremdenführer, so dass wir von seiner Grundschule über der ewigen Fackel bis hin zur Stelle an der Franz Ferdinand unfreiwillig den ersten Weltkrieg auslöste, alle wichtigen Ecken der Stadt kennenlernen konnten.
Am nächsten Tag ging es in einen Vorort von Sarajevo, genauer zur Grundschule "Izet Šabić" in Hotonj. Hier entleerten wir unseren Transporter vollends und brachten PCs und Laptops - erneuter Dank an Labdoo, die uns schon bei früheren Transporten spendabel unterstützten - sowie die von dem Gymnasium St. Christophorus in Werne gesammelten Schultornister in die Aula. Die Klasse, die wir dabei beim Diktat störten, nahm uns die Unterbrechung sichtlich nicht übel.
Einen weiteren Schwung PCs, die wir aus privater Hand erhielten, sowie die Hälfte der Tornister landeten einen Tag später in einer Schule in Kalesija. Die PCs werden dort an Dorfschulen übergeben. Die Schule in Kalesija ist uns seit 2019 bekannt, als wir eine erste Lieferung Computer überbrachten, damit man dort das Fach Informatik sinnvoll unterrichten kann.
Zurück in Bihać schloss sich der Kreis unseres diesjährigen Hilfstransports, als wir einer Einladung des Roten Kreuzes folgten, das dortige Flüchtlingslager zu besuchen. Man zeigte uns zuerst die angemieteten Hallen, in denen die aktuell knapp 50 "Crveni Križ"-Mitarbeiter die Wäsche der Flüchtlinge waschen sowie die drei täglichen Mahlzeiten zubereiten, bevor es ins Lager selbst ging.
Dies ist nach einigem hin und her ins Niemandsland nebst Lipa, einem Nachbarort von Bihać, verlegt worden und besteht aktuell noch aus zwei Teilen. Einem alten, in dem die knapp 650 (Stand letzte Woche; die im umliegenden Gebiet in den Wäldern hausenden Flüchtlinge nicht mitgerechnet) in großen, zugigen Zelten ihr Dasein fristen, und ein neuer Teil, der von der International Organization of Migration betrieben wird. Dies war bei unserem Besuch aber noch nicht bewohnbar, da es an Strom mangelt, auf den man bereits seit Mitte September wartet.
Da zeigte sich das lokale Rote Kreuz flotter: Ein Teil unserer am ersten Tag überbrachten Spende war an diesem Mittwoch bereits in 700 Mützen umgewandelt worden, die während der Essensausgabe mitverteilt wurden. Aufgrund des nahenden Winters und der Tatsache, dass bei der Flüchtlingssituation kein Ende in Sicht scheint, wird dies nicht die schlechteste Investition gewesen sein.
Zu guter Letzt möchten wir vom Verein "Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V." erneut ein großes Danke aussprechen. Dank an die vielen Engagierten vor Ort, die sich Tag für Tag für die Kinder und Bedürftigen in Bosnien einsetzen! Dank an die großzügigen Spender*innen in Deutschland, die dafür sorgten, dass wir überhaupt etwas zu überbringen hatten! Und Dank an all jene, die uns so selbstlos beim Transport unterstützten!
Vom 04.bis 08.12. waren wir zu unserem diesjährigen dritten Hilfstransport unterwegs. Zusammen mit dem WorldBeatClub Bochum, der Bosnienhilfe Hamm, der Grenzenlose Wärme e. V. aus Dortmund und dem Roten Kreuz Ahrweiler haben wir uns zuvor zum „Netzwerk Bosnienhilfe NRW“ zusammengeschlossen und haben einen Hilfetransport für das bosnische Rote Kreuz in Bihać vorbereitet. Von Bihać im Norden Bosniens werden die Camps in Bosanska Petrovac, Ključ und auch, das aus dem Medien bekannte, Camp Vučjak in der direkten Nähe von Bihać.
Begonnen hat unser Transport mit dem Beladen unseres Transporters beim Roten Kreuz in Hamm. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Bottrop und Montabauer trafen wir uns dann nachts um eins in Österreich mit dem Dortmunder Fahrzeug aus unserem Konvoi.
Von Haag am Hausruck ging es dann durch die Nacht über Slowenien und Kroatien an den bosnisch-kroatischen Grenzübergang bei Izačić. Innerhalb von einer halben Stunde waren wir mit unserem Konvoi aus Kroatien ausgereist und standen somit vor der bereits bekannten Problematik, dass sich die Einreise für humanitäre Transporte in Bosnien aktuell als etwas langwieriger gestaltet. Da uns, nach Auskunft des Zolls, ein bestimmtes Papier fehlte, bei welchem es sich um eine Ladeliste in einem bestimmten Format handelte, für die unsere Ladeliste nicht reichte musste uns eine lokale Spedition diese Ladeliste ausfüllen, damit wir mit dem Material nach Bosnien einreisen durften.
Nach etwas über vier Stunden Wartezeit konnten wir dann die Grenze passieren und so kamen wir gut 29 Stunden nach unserer Abfahrt an unserer Unterkunft in Bihać an. Vor Ort wurde dann noch etwas umgeladen und dann ging es abends aber auch früh ins Bett.
Am Freitag stand dann das Ausladen auf dem Plan und so ging es erst zum Lagerhaus des Crveni Kriz Bihac (Rotes Kreuz Bihac) und danach zu dem kleinen Lager des SOS Team in Bihać.
Nach dem wir beim Crveni Kriz Bihać ausgeladen hatten, bot uns der Leiter, Selam Midzic, an, dass er uns zu dem Camp Vućjak begleiten könne, um uns dort über die Situation aufzuklären.
So ging es für uns über Schotterpisten ein gutes Stück raus aus Bihać zu der ehemaligen Müllhalde, auf welcher vor 177 Tagen das Camp Vućjak eröffnet wurde.
In dem Camp wohnen zu diesem Zeitpunkt ca 400-500 Geflüchtete junge, wie auch ältere Männer, vorwiegend aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Indien. Unter ihnen auch immer wieder Minderjährige. Zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, befanden sich die Bewohner des Camps bereits seit 4 Tagen im Hungerstreik, aufgrund des nahenden Winters und den unmenschlichen Zuständen in diesem Camp.
Man macht sich also auf den Weg in Richtung des Camps, verlässt die Straße und fährt kilometerlange Schotterpisten auf welchen man schon immer wieder zwischendurch vereinzelte Grüppchen von Menschen sieht, die sich in Deckeln gewickelt und teils mit verdreckten Badelatschen, in Jogginghosen und dünnen Sweatshirts entweder auf dem zweistündigen Weg in die Stadt oder auf dem noch etwas längeren Rückweg befinden
Wenn man dann vor dem Camp den Wachposten passiert und man am Ende des Weges bereits die ersten Zelte erkennen kann, merkt man ein weiteres Mal, wie weit entfernt man hier von allem ist und auch ein bisschen, wie weit die politischen Entscheidungsträger*innen von dieser Realität entfernt sind. Direkt am Anfang des Camps haben die streikenden Bewohner sich versammelt und zwischen ihnen ragen Pappschilder auf, auf denen sie die EU anklagen, dass diese sich ihrer Verantwortung entzieht und die Grenzen geöffnet werden sollen damit eben niemand dort erfriert.
Auch ist es surreal für uns, durch dieses Camp zu laufen.. als gerne Gruppe kommt man sich ein bisschen vor wie auf einer Besichtigungstour und das einem die Polizisten nicht vor der Seite weichen macht es auch nicht besser. Nur wir werden begleitet. Das Kamerateam, eines bosnischen Fernsehsenders bewegt sich frei und so steht in diesem Schlamm eine Reporterin, mit Plastiktüten um ihre Schuhen und interviewt einige der Männer, die Englisch können die jedoch teilweise bei unangenehmen kalten Temperaturen und frostigem Wind nur in komplett verdreckten Badeschlappen oder Turnschuhen dort neben ihr stehen.
Über diesen Zelten liegt auch dauerhaft der Qualm in der Luft, welcher von den Feuern ausgeht, die die Menschen dort in ihrem Zelten anzünden. Die Gefahr eine Rauchvergiftung zu erleiden ist laut eigenen Auskünften gerade ihr kleinstes Problem und so ziehen sich immer mal wieder aus der protestierende Menge welche in die verqualmten nahestehenden Zelte zurück zum aufwärmen.
Am hinteren Ende des Camps sieht man dann den Weg, welcher in die vermeintliche Freiheit, nach Europa, führen soll..
Text: Sebastian
Das 2. Bottroper Filmfestival ist erfolgreich zu Ende gegangen.
Wir danken allen Mitwirkenden, Der Jury, den Vereinsmirgliedern, und allen die daran mitgewirkt haben für ihre unermütliche Hilfe.
Unser Dank geht natürlich auch an die Gäste, ohne die ein Festival nicht erfolgreich stattfinden kann.
Die Jury hat es sich nicht leicht gemacht hat aber dann die folgenden Filme ausgezeichnet:
Zusammenfassung
Die Erde ist seit langem verlassen und die Menschheit hat Zuflucht im Weltraum gefunden. Drei Archäologen kehren zur Erde zurück, um den Ursprung eines mysteriösen Fünf-Ton-Signals zu untersuchen.
Jurystatement
Der Regisseur hat vor allem eines geschaffen: einen Film mit beeindruckenden Bildern, die man so schnell nicht vergisst. Bilder, die ins Kino wollen, auf die große Leinwand. Was auf den ersten Blick wie eine Hommage an Steven Spielbergs Science Fiction Klassiker „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ daher kommt, entpuppt sich im Laufe des Films als ein hochaktueller Blick auf die Welt. Denn bald schon eröffnen sich neue Dimensionen: Die Geschichte der drei Archäologen, die einem akustischen Signal auf die verlassene Erde folgen, verwandelt sich von einer Dystopie des zerstörten Planeten zu einem teilweise dokumentarischen Blick auf die Situation der Geflüchteten in einem Athener Camp, beziehungsweise dem, was in einem verlassenen Flughafengebäude davon noch übrig ist. Dabei gelingt es Yorgos Zois virtuos, seine Auseinandersetzung mit den Geflüchteten visuell ansprechend, berührend und beängstigend gleichermaßen zu inszenieren, ohne voyeuristisch zu werden. Verschiedene Genres treffen hier aufeinander, bildlich brilliant umgesetzt, überraschend vielschichtig und mit original Fundstücken aus dem Camp ausgestattet. Ein Meisterwerk, das lange nachhallt.
Zusammenfassung
Igor arbeitet in einem Hospiz, in dem Edita behandelt wird. Aus einer zufälligen Begegnung entfaltet sich eine ungewöhnliche Beziehung. Ohne Worte werden sich zwei Individuen erkennen und verändern. Was passiert, wenn du die letzten Momente deines Lebens mit einem Fremden teilst?
Aus dem Jurystatement
Ein Film, der ohne Worte, aber mit unheimlich starken Bildern das immer noch fast als Tabu behandelte Thema „Jüngerer Mann fühlt sich zu viel älterer Frau hingezogen“ behandelt, die zudem in einem Hospiz lebt.
Zusammenfassung
Wir schreiben das Jahr 2037, Europa liegt in Trümmern. Der Besitzer des letzten Brunnens mit natürlichem sauberem Wasser lebt in Kroatien. Nachdem einer seiner Wasserverkäufe in einem Blutbad endet, wird er Ersatzvater und Ehemann. Als schließlich auch sein Brunnen austrocknet, macht er noch ein letztes Geschäft.
Jurystatement
In der Kategorie „Überraschung“ zeichnet die Jury "The Last Well" (Kroatien 2018, Regie: Filip Filkovic, 20 Minuten) aus. In technischer und schauspielerischer Brillianz bekommen wir einen Science-Fiction-Thriller präsentiert, der auf überzeugende Weise eine Dystopie darstellt, in der die natürlichen Ressource Wasser im Jahr 2037 zu einem dramatisch umkämpften Gut wurde. Eine Überraschung war der Film für die Jury vor allem dahingehend, dass man zu diesem Thema vielleicht eher einen Dokumentarfilm erwarten würde, der gespickt mit Informationen den ökonomischen Ausverkauf und die globale Verschmutzung der natürlichen Ressource Wasser erörtert. Der dokumentarische Teil am Ende des dreiteiligen Kurzfilms fehlt wohlweislich nicht. Aber der einleitende Werbetrailer für ein mit künstlichen Additiven angereichertes in Plastikflaschen abgefülltes Wasser und der überzeugend inszenierte Hauptteil, lassen in kürzester Zeit eine fiktionale Welt entstehen, in der überdeutlich wird, welche zwischenmenschliche Dramatik entstehen kann, wenn wir dem Markt und einschlägigen Großkonzernen freien Lauf dabei lassen, die Trinkwasserquellen auf der ganzen Welt aufzukaufen und für ihre ökonomische Interessen auszubeuten. Die im Film eskalierende Gewalt zeigt einen sich verschärfenden und emotional packenden Überlebenskampf, der im Film absichtsvoll überzogen wird, um darzustellen, dass sich soziale und politische Konflikte um natürliche Ressourcen in einer nahen Zukunft, sei es im Jahr 2037 oder zu einem späteren Zeitpunkt, verschärfen, wenn wir dem nicht früh genug entgegenwirken.
Zusammenfassung
Velika, eine junge Lehrerin, wird in ein abgelegenes Dorf in den Bergen geschickt, um die Kinder, die dort leben, zu unterrichten. Der Winter ist jedoch kalt und lang, und die Kinder lassen sich nicht blicken. Stattdessen trifft Velika auf eine alte Dame, die sie auf den Weg der Selbstfindung führt.
Aus dem Jurystatement
Eine zeitlos wirkende und hoffnungstragende Geschichte. Viele Kinder auf der Welt, u. a. auch in verlassenen Dörfern Balkans warten auf jemanden, der die Verantwortung übernimmt und die Möglichkeiten schafft... Auf jemanden, der das Feuer im Ofen anzündet...
Gérard Viel: Benefizkonzert im Passmanns Bottrop
„Französische Volksmusik, modern arrangiert und interpretiert“, so sieht der 61 -jährige Musiker aus der Normandie selbst seine Musik.
In einem Benefizkonzert am 29.10.19 um 20.00 Uhr in der Kulturkneipe Passmanns, Kirchhellener Straße 57, Bottrop zu Gunsten der Aktivitäten des Bottroper Vereins „Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ möchte er seinen Beitrag zu sozialem Miteinander, Toleranz und Völkerverständigung leisten. Seine fabulierenden Chansons liegen Geschichten, manchmal auch „Lügengeschichten“ des täglichen Lebens, glücklicher und unglücklicher Liebe, des Arbeitslebens, der Ungerechtigkeit, barbarischer Kriege zu Grunde. Manchmal sind es auch Chansons über die Lebensfreuden mit Wein und Gesang und über ganz einfache, gute Zeiten. Gérard Viel reist mit den Besuchern in ein Land, in dem Realität und Traum in einem Hörgenuss verschmelzen. Mit so unterschiedlichen Instrumenten wie Dulcimer, Drehleier, 6- und 12 saitige Gitarre, Cajon, Kabosy (Gitarre aus Madagaskar. Die musikalische Reise führt die Zuhörer in das 14. – 21. Jahrhundert. Sein Interesse für Chansons und mündliche Überlieferungen entwickelte sich in den 70er Jahren. Seither hat er auf zahlreichen Reisen und bei Treffen mit anderem Musikern, sein Repertoire traditioneller Chansons aus Frankreich, Quebec und Akadien zusammengestellt.
Der Verein „Aktion-Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt Lebensbedingungen von Menschen in Bosnien zu verbessern. Und zu Völkerverständigung und Toleranz beizutragen. Vom 08.-10.11.2019 veranstaltet der Verein das Filmfestival „Bosnien und Herzegowina und seine Nachbarn“ in Bottrop, um über das Medium Film die verschiedensten Lebenssituationen der Menschen in Bosnien darzustellen.
Der Erlös des Benefizkonzertes soll zur Finanzierung des Filmfestivals, aber in erster Linie zur Finanzierung eines Hilfstransport nach Bosnien, der im November stattfinden wird, beitragen. Es werden warme Decken und Bekleidung für Menschen transportiert, die auf einer Müllhalde in Bihac, nahe der Grenze zu Kroatien campieren.
Informationen zum Verein finden Sie unter: www.aktion-bosnien.eu und www.bih-looksaround-festival.eu
Das Konzert war sehr gut besucht.
Wir danken dem Publikum für den Zuspruch und die tolle Stimmung.
Im August waren Reinhard Bierbaum, Herbert Schröer, Aktionen- Stiftung für Menschen in Not, Castrop – Rauxel Peter Gauer, Aktion – Lernen in Bosnien, Bottrop Werner Borchert, Tom und Manni: Rotes Kreuz Ahrweiler.
Die Reise nach BiH war dieses Mal ganz anders, ich reiste am 10.07.19 allein, flog mit einem Airbus von Dortmund nach Tuzla. Keine Kollegen, die mitfuhren, keine Lkws, keine Hilfsgüter, die transportiert wurden.
Im letzten Jahr waren wir von der Stiftung, „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“, Castrop- Rauxel, von „Aktion-Leben und Lernen e.V.“, Bottrop, und dem Roten Kreuz Ahrweiler gemeinsam mit 3 Lkws, vollbeladen mit Hilfsgütern u.a. auch nach Fojnica zu „DRIN“ unterwegs.
Ich nahm mir vor, so wie jetzt geschehen, in Erfahrung zu bringen, wie leben Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen von BiH, haben Sie Arbeit, gibt es pädagogische Konzepte, wie und mit welcher Qualifikation werden sie angeleitet, betreut und gepflegt und manch andere Frage mehr? Mein Wunsch war es eine Woche in allen Bereichen der Einrichtung zu hospitieren, um u.a. auch fest zu stellen wo und wie können wir als Hilfsorganisation Unterstützung leisten. (Mir nutzt sehr meine 20 jährige Erfahrung als ehemaliger Werkstattleiter einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Bochum).
Die deutsch sprechende Sozialarbeiterin von “DRIN“ Zijada Suzuka, half mir - mit Genehmigung des Direktors von „DRIN“, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.
Sie holte mich mit einer begründeten Verspätung gegen halbzwölf am Flughafen ab. Was war der Grund? Die Menschen in Bosnien gedachten der Toten von Srebrenica. In der Gegend von Srebrenica wurden im Juli 1995 mehr als 8000 Bosniaken – fast ausschließlich Männer und Jungen zwischen 13 und 78 Jahren – getötet. Das Massaker wurde unter der Führung von Ratko Mladić von der Armee der Republika Srpska, der Polizei und serbischen Paramilitärs trotz Anwesenheit von Blauhelmsoldaten verübt. Es gab auf der Strecke zwischen Fojnica und Tuzla kilometerlange Motorrad- und Fahrradkorsos. Gemeinsam sahen wir auf der Fahrt nach Fojnica noch zig Menschen auf dem Fahrrad oder auf dem Motorrad, in Erinnerung an diesen Genozid.
„Thermalquellen wurden schon von den Römern genutzt. Es enstand in neuerer Zeit eine große Rheumakurklinik. Reichlich Bodenschätze u.a. Eisenerz. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es ein Franziskanerkloster, ebenfalls seit dieser Zeit eine erste Moschee. Hier leben Bonsiaken und bosnische Kroaten“.
Am Donnerstag, früh um halbfünf ! weckte mich der Ruf des Muezzin!. Später, nachdem Frühstück ging es endlich zu „DRIN“, wo uns der Direktor Adis und sein Stellvertreter Adwan erwartete. Beide hießen mich herzlich willkommen und ermunterte mich mit kritischen Blicken durch die Einrichtung zu gehen. Der Direktor ist gespannt auf unser Abschlusssgespräch und hierbei insbesondere auf meine Eindrücke und Einschätzungen zur Arbeit in „DRIN“.
Ein paar Daten: 495 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen!
Eine öffentliche Institution, (direkt der Konföderation unterstellt) mit den Haupttätigkeiten: Soziale und medizinische Versorgung, (Re)Habilitation und (Re)Sozialisierung von Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen.
Aktuelle Ziele: Verbesserung der Institution durch eine Deinstitutionalisierung ohne Erhöhung der Fallzahlen. Es sollen weitere kleinere Häuser gekauft oder angemietet werden, um die Belegsituation zu entzerren. Die Leitung (Management) besteht aus 5 Personen. Darüber hinaus praktiziert ein Berufsteam bestehend aus Psychologen, Sozialarbeitern, Logopäden usw. Diese sind für die verschiedenen Abteilungen, d.h. für ca. 70 - 80 Klienten zuständig. In diesem Team erhielt ich die Gelegenheit mich vorzustellen und mich über die Arbeitssituation zu informieren.
Danach ging es endlich los. Im Hauptgebäude, Abteilung A, besuchten Zijada und ich jede Gruppe. In der ersten Gruppe sah das so aus:
30 Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen werden von 3 Pflegerinnen und einer Abteilungsleiterin pro Schicht betreut. Die älteren Mitarbeiterinnen (vor demKrieg) haben keine Ausbildung und keine Qualifizierung für diese verschiedenen Tätigkeiten erfahren!
Ich sah kein Beschäftigungsmaterial auf den Tischen, ich entdecke auch keine Mitarbeiterin die sich mit den Klienten beschäftigte. Spaziergänge an die Luft finden selten statt. In den Schlafräumen, bis zu 10 Betten, sah ich nichts Persönliches. Noch nicht mal ein Nachtschränkchen, wo man etwas aufheben könnte. Wie ein Foto, eine Postkarte, ein Lieblingskuscheltier, eine Schatzdose oder anderes! Die Räume waren frisch gestrichen, allerdings halbhoch mit abwaschbarer Farbe. An den Wänden hingen keine Bilder. So sah ich anschließend verschiedene Gruppen. Menschen saßen z.T. apathisch herum und warteten auf das nächste Essen? So etwas kenne ich aus den 70 er Jahren in Deutschland. Ich frage mich, jeder Mensch möchte ein nettes Zuhause, warum haben diese Menschen das nicht mal ansatzweise?
Eine ganz andere Situation ergab sich auf der nächsten Etage: Menschen mit geistiger Behinderung, psychisch kranke Menschen, Auto – und fremdagressive Menschen mit hohem Gewaltpotential: Bunt gemischt. Im Gespräch mit der Abeteilingsleiterin erlebe ich besonderes Engagement und eine echte pädagogische „Philosophie“ und eine besonders aktive Ausstrahlung. Dieser Eindruck wurde mir durch Zijada bestätigt. Da wo es am schwierigsten ist, erscheint ein personeller Lichtblick.
In einem Zwischengespräch erzählte mir Zijada von ihren professionellen Sorgen, die Mitarbeiterinnen der Gruppen in der Beratung nicht zu erreichen. Bei früheren Direktoren herrschte ein autoritäres System, im Prinzip war satt und sauber die Leitlinie. Der jetzige Direktor möchte einiges verändern, doch fehlen die finanziellen Mittel und die Mitarbeiterinnen aus früheren Zeiten sind beratungsresistent.
Das waren die Eindrücke der ersten zwei Tage.
Am dritten Tag sahen wir uns in den kleinen Arbeitsbereichen um: Im Prinzip eine kleine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.
Die Werkstätten können von Klienten aus den Wohnbereichen (auf freiwilliger Basis) halbtags besucht werden. Schwerer behinderte Menschen waren nicht vertreten. Sie erhalten eine kleine Entlohnung: Beurteilung nach Menge und Qualität. Kleine und gut funktionierende, differenzierte Arbeitsangebote. Ich hatte den Eindruck, das ist schon gut, aber sicherlich noch ausbaufähig.
Zum Schluss des Tage erlebte ich eine weitere positive Entwicklung: Eine Übergangsgruppe von psychisch kranken, jngen Menschen mit eigenenständigem Konzept. Kleine Schlafräume, es wird gemeinsam gekocht aber dort nicht geraucht. Im Vergleich: Sonst kann überall geraucht werden. Und einen engagierten Krankenpfleger: Nezir, der für diesen Bereich verantwortlich ist.
Blaues Haus, eine Art Einfamilienhaus mit 15 Kindern und Jugendlichen die recht selbständig sind, aber Begleitung benötigen. Einige arbeiten in den Werkstätten. Alle Mitarbeiterinnen verfügen über eine (schulische) Berufsausbildung.
Am anderen Tag besuchten wir 3 barackenähnliche Häuser, Abteilung B, in denen psychisch kranke Menschen leben. Eine bauliche Situation die sich lt. Direktor verändern muss, allerdings fehlt derzeit das Geld: 2,5 Millionen (KM = Konvertible Mark) ca. 1,25 Mill. € ,sind notwendig. Diese Summe bringt der bosnische Staat nicht auf. Für dieses projekt sucht er Unterstützung.
Im ersten Haus leben 12 psychisch kranke Menschen. Das Essen wird geliefert. bei B im zweiten Haus 58 Frauen, im dritten Haus 60 Männer mit verschiedensten Diagnosen aus dem genannten Spektrum. Alle Neuaufnahmen kommen zuerst in die Aufnahmegruppe. Hier finden Intelligenztest und Gespräche mit den psychisch kranken Menschen statt. Sie sind in der Regel selbständig, bei Bedarf erhalten sie Hilfe und Unterstützung.
Pro Haus jeweils 3 Pfleger oder Pflegerinnen und jeweils eine Abteilungdsleiter*in. Verantwortlich ist die Sozialarbeiterin Medhija mit Unterstützung durch einen Psychologen. Bei fachspezifischen Besonderheiten wird ein Arzt hinzu gezogen. Bei Krisen gibt es feste Regeln. Gewalttäter ! finden sich in den Reihen der psychsich, kranken Menschen. Notfalls wird die Poilzei hinzu gezogen. Ein Wohnungswechsel geschieht nur mit Zustimmung des Psychiaters und des Sozialamtes. Einen besonderen Massregelvollzug gibt es nicht für psychisch kranke Gewalttäter in Bosnien. Bis zu 60 % der Klienten nutzen die Arbeitsbereiche in den Werkstätten. Es werden auch kleinere Arbeiten im Haus angeboten, sowie auch im bescheidenen Maße z.B. Musikangebote.
Das ist auf jeden Fall gewährleistet:
Aber in Haus 2 und 3 gibt es große Schlafräume mit bis zu zehn Betten, ohne die Möglichkeit Privates abzulegen, aufzuhängen ….Es gibt eine Warteliste für aufnahmewillige psychisch, kranke Menschen.
Im Nachbarort Bakovichi verfügt „Drin“ über zwei nebeneinander liegende Einfamilienhäuser mit Garten.
Je Haus 8 psychisch kranke Frauen, eine Pflegerin ist jeweils immer anwesend. Gemeinsame Verpflegung. Einige Frauen gehen 2 x pro Woche in den Werkstätten arbeiten. Andere stellen in der „Apotheke“ unter Anleitung Cremes her. Bei unserem Besuch herrschte eine nette Atmosphäre. Gemeinsam wurden Cevapcici‘s fürs Essen hergestellt. In einem großen Garten wurden die verschiedesten Gemüsesorten angebaut. Es gab Bilder an den Wänden, die Schlafräume waren individuell hergerichtet. Ein Haus in dem ich eine nette Atmosphäre vorfand.
Zijada zeigte mir weitere Häuser in dem Stil der soeben beschriebenen Häusern, Gelbes Haus, Haus Therese in dem sich die Menschen selbst versorgen oder zur „Drin“ Mensa gehen. Im ersten Stock wohnen Männer im zweiten Stock Frauen.
In Haus Therese ist eine kleine Sporthalle u.a. mit Fitnessgeräten, TT – Platte usw. Eine weitere, größere Sporthalle ist in „Fojnica“ angemietet.
Sportlehrer Asim, den wir trafen, ist einer von zwei Sportlehrern. Er berichtete über Angebote in folgenden Sportarten: Volleyball, Tischtennis, Basketball, Ski fahren, Schwimmem und Kegeln. Die Bewohner*innen nehmen an unterschiedlichsten Wettbewerben teil. Eine riesige Anzahl von Medaillen zeugte davon. Im Basketball wird an paralympischen Wettbewerben teilgenommen.
Bevor jemand der Bewohner*innen Sport treiben kann, wird die Sporttauglichkeit vom Arzt überprüft.
Die Sportlehrer führen Tests durch, um festzustellen für welche Sportart besteht eine Eignung.
Am nächsten Tag führte mich Zijada in die Physiotherapie. Es sind 4 Physiotherapeut*innen angestellt, die Klienten behandeln. Alle Therapien erfolgen nach Verordnung durch einen Physiater. (Arzt der Orthopädie)
Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit der Paarbildung und folgerichtig die Möglichkeit des Zusammenseins. Die verantwortlichen Mitarbeiter*innen des Berufsteams und andere Mitarbeiter*innen praktizieren in der Einrichtung „Normalität“.
Allerdings ist das Thema „Onanie/ Masturbation“ ein schwieriges Thema, gerade in den Mehrbett Schlafräumen. Wann ist ein Mensch mit Behinderung/psychischer Erkrankung allein? Zijada und ihre Logopädenkollegin aus dem Berufsteam meinen, das dieses Thema auch in der Praxis absolut toleriert wird. Auch steht die Direktion dem Thema offen gegenüber. Allerdings gibt es noch Bedarf an Weiterentwicklung, zum Beispiel im Bereich Assistenz, Intimsphäre in Gemeinschaftsräumen!?
Da ein Teil der Mitarbeiter*innen über eine geringe Qualifizierung verfügen, frage ich mich was ist die Realität für die Menschen, die Klienten sind.
Alle Klienten finden sich in vier verschiedenen Leveln wieder: 1 = Hoher Pflegebedarf, keine Selbständigkeit, bis zu 4 = Selbständig
Weitere Fachthemen wie die Beratung der Pfleger*innen, Qualifizierung und Reflektion der Arbeit ist ein Thema im Berufsteam, genauso wie Einstellungen und Haltungen.
Finanzierungen, Wirtschaftlichkeit……………………
Letzter Tag – Abschlussgepräch mit dem Direktor (ehemaliger Sozialarbeiter), mit dem Stellvertreter (zuständig für Technik) , einen Juristen (ich denke Verwaltung), dem Leiter des Berufsteams und meiner Wegbegleiterin, Erklärerin und Dolmetscherin Zijada.
Ich stellte meine Eindrücke folgendermaßen vor:
Plus:
Minus:
Die Anworten vom Direktor:
Meine Einschätzung: „DRIN“ ist eine große und vielfältige Eiinrichtung in der grundlegende Veränderungen schwer möglich sind,, hierzu benötigen die Verantwortlichen Begeisterung für die Sache, viel Mut zur Veränderung, enen langen Atem, gute praxisnahe Konzepte und viel Geld, sowie Unterstützung durch die Förderation.
Ich bin dankbar, das ich eine Woche mir Alles ansehen könnte, das Zijada und andere Mitarbeiter*innen mir wirklich alles erläuterten, mir Ihre Einschätzungens sagte - es war ein wunderbares kollegial – freundschaftliches Klima, wofür ich Ihr sehr dankbar bin. Ich habe viel gesehen und viel gelernt: Danke, Zijada, ich danke allen Menschen von DRIN.
Am 16./17.07.19 wurde ich nachts um ein Uhr abgeholt und nach Tuzla zum Flughafen gefahren. Sechs Uhr ging der Flieger, mit mir wieder nach Dortmund , um anschließend mit meinem Wagen nach Bottrop zu fahren, denn die nächsten Aufgaben warten:
Hilfsgüter liegen in Bottrop, Castrop bereit. Am 15.08. 19 sitze ich mit den Kollegen Peter Gauer vom Bottroper Bosnienverein und Reinhard Bierbaum von der Stiftung in Castrop im Lieferwagen mit Hänger und fahren gen Bihac.
Was wartet auf uns: Schulen in Kalesija und Breza. Wir haben vom gemeinnützigen Verein Labdoo.org in Mülheim 70 gebrauchte Computer mit Lernprogrammen erhalten, haben diese verpackt und werden sie an die Schulen liefern. Nach „DRIN“ in Fojnica bringen wir gebrauchte Pflegebetten, Windeln, Rollstühle, Bekleidung und vieles mehr. Am 23.08.19 werden wir wieder in Bottrop und Castrop ankommen.
Herbert Schröer
Ablauf der Fahrt:
· Freitag 8.3. 2019
Abfahrt aus Niederzissen um 15:00 Uhr. Die Fahrt verlief unspektakulär. Werner und Manni lösten sich ab, so dass wir am Samstag um 06:30 an der kroatisch bosnischen Grenze waren.
· Samstag 9.3. 2019
o Da die Speditionen an der Grenze erst um 8 Uhr eintrudeln hieß es warten. Die Zollpapiere mussten geprüft werden, irgendetwas fehlte natürlich. Mit Mirsada von der Behinderten Einrichtung in Bihac fuhren Manni und ich dorthin. Werner blieb beim Zoll und wartete, dass die Ladung freigegeben wurde. Er kam dann mit dem Wagen und Anhänger am späten Nachmittag in Bihac an.
Die Kartons wurden ausgeladen und im Haus verstaut. Dann hieß es nur noch Essen gehen und schlafen.
·
· Sonntag 10.3.2019
o Fahrt nach Bosnska Krupa. Besichtigung der Burgruine und der Stadt. Sehr angenehmes Wetter Temperaturen um die 20°C.
· Montag 11.3.2019
o Das Wetter schlug um. Den ganzen Tag Regen bei um die 5°C. Verabredung mit dem Schulleiter in Jaice für den nächsten Tag.
· Dienstag 12.3.2019
o Fahrt nach Jaice mit dem 8er Bulli der Einrichtung. Es fuhren mit: Ermin(Fahrer), Mirsada, Elvira, Werner, Manni und ich. Unterwegs gab es noch viel Schnee in der Umgebung. Die Straßen waren aber frei. Wir trafen uns vorab in einem Hotel zum Frühstück mit dem Schulleiter und der Übersetzerin (Deutschlehrerrin der Schule). Danach fuhren wir zur Schule. Ich fuhr beim Schulleiter mit und die Kollegin erklärte mir etwas über Jaice und Umgebung. Wir hielten noch bei den Wassermühlen. In der Schule angekommen wurde uns erläutert, was mit unserem Geld gemacht wird. Wir wurden in verschiedene Klassen geführt, auch in Räume, in denen unsere dorthin gelieferten PC’s verwendet werden. Mein Eindruck ist, dass die Mittel sehr sinnvoll eingesetzt werden und die Kinder und Lehrkräfte sehr dankbar für die Unterstützung sind.
Im Anschluss fuhren wir noch durch die Altstadt und zu den Wasserfällen von Jaice. Am Abend waren wir wieder zurück in Bihac.
· Mittwoch 13.3.2019
o Werner half Mirsada beim Erstellen von Anträgen. Manni und ich waren zu Fuß in Bihac unterwegs.
· Donnerstag 14.3.2019
o Heute war noch Zeit für Sightseeing. Wir fuhren im Westen an die kroatische Grenze zu den Wasserfällen von „Martin Brod“ und „Strbacki Buk“, sehr imposante Wassermassen, die dort die Berge herunterrauschen. Nur die Straßen dorthin sind in einem sehr schlechten Zustand, obwohl die Besichtigung von „Strbacki Buk“ mittlerweile Eintritt kostet.
· Freitag 15.03. 2019
o Es heißt Abschied nehmen von einem imposanten Land mit freundlichen Menschen. Um 8:30 war Abfahrt. Bis nach Graz in Österreich war das Wetter noch sehr schön. Dann zog es sich zu und es begann zu regnen und es hörte bis nach Hause auch nicht mehr auf. Die Fahrt durch Bosnien, Kroatien, Slowenien und Österreich war sehr entspannend. In Deutschland wurde es typischer weise wieder sehr voll durch diverse Baustellen und Unfälle. Hinzu kam starker Wind, der unserem leeren Anhänger zu schaffen machte. Um 3:15 am Samstag war ich dann wieder zu Hause.
Erster Treffpunkt
Herbert Schröer holt Reinhard Bierbaum, ehrenamtlicher Helfer der „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“ am Freitag, den 26.07. 18 um 14.00 Uhr ab.in Castrop- Rauxel ab. Reinhard hat mit einem weiteren Kollegen vor 3 Jahren die Friseursalonausstattung komplett abgebaut. Geplant war, das er mithilft diese Ausstattung in der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Fojnica aufzubauen. Doch leider wird das ganze Material , das noch im Bosanska Krupa lagert nicht freigegeben. Die Waren wurde nachträglich verzollt und mehre tausend Euro sind aufzubringen!!!
Da wir allerdings beim Roten Kreiuz, Ortsverein Weibern im Kreis Ahrweiler als 2 Lkw Fahrer vornotiert waren, können wir da nicht zurück. 3 Lkws mit Waren der Aktionen – Stiftung für Menschen in Not, Castrop-Rauxel, des Vereins „Aktion-Leben und Lernen in Bosnien“ , Bottrop und des Roten Kreuzes müssen durch 6 Ehrenamtler (mit uns Zwei) nach Bosnien bewegt werden.
1200 km liegen ab Weibern vor uns. Bernd, Werner, Manni und Heinz vom Roten Kreuz fahren 2 Lkws mit Anhänger, Reinhard und ich den 3 Lkw. Es sind 38 Grad, die 7,5 to Fahrzeuge sind schon etwas älter, die Klimaanlage besteht aus geöffneten Fenstern.
Die Fahrtroute: Ahrweiler, Frankfurt, Passau, Linz , Graz, Maribor, Zagreb, Grenze !, Bihac.
Wir fuhren bis auf 3 Tankpausen mit frischem Kaffee durchgehend. Am Freitag um 14.00 Uhr erreichten wir die kroatisch-bosnische Grenze. 27 LKw’s befanden sich vor uns in der Warteschlange.
Der Abschluss der Zollformalitäten und die Weiterfahrt nach Bihac fand um 19.30 Uhr statt.
Es gibt mal wieder ein neues Gesetz in Bosnien, das besagt, das auch Teile von Hilfsgütern verzollt werden und somit Zoll bezahlt werden muss. Für die gesamtem 12,5 to wurde eine Rechnung in Höhe von 550 € ausgestellt. Wir hatten uns schon vorab darüber verständigt. Das diese Rechnung durch alle 3 beteiligten Organisationen geteilt werden.
Gegen 20.00 Uhr erreichten wir unseren Zielort, die Tagesstätte „Radosti Druzenja“ in der iwr übernachten. Todmüde fielen wir in die Betten.
Am Samstag wurde ungefähr die Hälfte der Hilfsgüter vom Roten Kreuz und von der Aktion- Stiftung für Menschen in Not ausgeladen und für die Weiterleitung, Abholung usw. bereitgestellt. In den nächsten Tagen fahren wir durchs Land und verteilen u.a. die Computer, die von Labdoo.org und somit vom Bottroper Verein „Aktion- Leben und lernen in Bosnien e.V.“ verpackt und bereit gestellt wurden.
Es war richtig lecker warm…
Nach dem Frühstück in Radosti Druzenja ging es zur Schule Javna Ustanova OS Kamenica Bihac, eine Primary Schule mit 4 Standorten. Hier lieferten wir in den ersten Stock der Schule 15 Kartons mit Computern, Bildschirmen, Druckern und Zubehör aus. Es sind Waren, die der Bottroper Verein Aktion - Leben und Lernen in Bosnien e.V. vom gemeinnützigen Verein Labdoo.org in Mülheim bezogen hat.
Trotz Ferien in Bosnien waren die Schulleiterin Almina Dizdaric und einige Lehrer anwesend, die einen großen Dank an alle beteiligten Organisationen und Grüße nach Bottrop richteten.
Bei der Wärme taten einige gekühlte Getränke nach der Abladeaktion und dem Transport in den ersten Stock der Schule sehr gut.
Wieder zurück ging es nach Bihac um die Lkws zu tauschen. Der 17 Jahre alte Iveco stand beladen durch das RK KV Ahrweiler mit Pflegebetten, Rollstühlen, Rollatoren, Bekleidung für das Rote Kreuz in Bosanski Petrovac fahrbereit auf dem Hof von Radosti Druzenja. Wir erreichten ungefähr in einer Stunde die Geschäftsstelle des Bosnischen Roten Kreuzes in dem genannten Ort.
Ein ärmliches Haus mit einfachster Ausstattung. Freundlichst wurden wir mit Kaffee und Tee empfangen, bevor wir etwas ausladen konnten. Nach der Entladung des Lkws erläuterten uns Mutter (einzige Hauptamtliche) und Tochter (Volunteer) die Arbeit des RK in Bosanski Petrovac.
Ähnlich wie in Deutschland stehen die Erste Hilfe Kurse, neben der Kranken und Armenversorgung im Vordergrund. Für die letztgenannten Aufgaben sind die angelieferten Waren von unschätzbarem Wert. Es ist schon erstaunlich mit welchem Engagement die Helferrinnen und Helfer trotz einfachster Verhältnisse für die Ärmsten in der Stadt da sind. Daher finde ich jetzt schon, der Transport , der Schweiß , die Arbeit hat sich gelohnt. Danke, dass Ihr in einem Meer von Korruption und Politikverdrossenheit ein Leuchtturm für die Schwächsten seid.
Über Bihac ging es zurück mit dem Lkw nach Bosanska Krupa, der Ort in dem die Organisationen Aktion - Leben und Lernen in Bosnien und die Stiftung Aktionen – Stiftung für Menschen in Not gemeinsam in den letzten 3 Jahren schon viel Gutes getan haben.
Ziel war auch hier das örtliche Rote Kreuz, die mit ähnlichen Waren wie in Bosanski Petrovac versorgt wurden. Leider war der Empfang etwas neutral- sachlicher! Vielleicht sieht man hier unsere Arbeit, insbesondere die des Roten Kreuzes Ahrweiler, als selbstverständlich an, krasser formuliert: Wir haben einen Anspruch auf Eure Hilfe?!
Ein paar hundert Meter weiter befinden sich einfache, aber nett hergerichtete Räumlichkeiten von MIMOZA. Eine kleine soziale Organisation von zum Teil Betroffenen, Angehörigen und Ehrenamtlichen rund um das Thema Krebs. Wir erlebten eine engagierte Vorsitzende, aber auch Sejla Bjelopoljak die diese Gruppe unterstützt und für uns netterweise alles übersetzte. Wir überbrachten 40 Stapel - Stühle, die von der Aktionen – Stiftung für Menschen in Not, neben einer kleinen finanziellen Spende zur Verfügung gestellt wurden. Bei bisherigen Gruppenarbeiten saßen die TelnehmerInnen immer auf der Erde !! Dankbarkeit wurde für das wenige was wir taten herzlichst geäußert. Hier fühlten wir uns wohl und im tiefsten Inneren unseres Herzens wussten wir, wenn hier weitere Hilfsmittel benötigt werden, helfen wir gern!
31.7.2018
Heute geht die Fahrt mit einem Lkw und einem Pkw Über Jajce nach Fojnica zu der einigen stationären Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in BiH.
Wer nahm teil: Werner, Bernd, Manni und Heinz vom RK Kreisverband Ahrweiler, Mirsada (Leiterin von Radosti Druzenja), ihre behinderte Tochter Alma lebt in diesem Heim. Reinhard von der Stiftung und ich.
Die Fahrtstrecke beträgt 290 km, leider gibt es nur Landstraßen. 6.00 Uhr starteten wir mit den Computern von Labdoo.org, bzw. Aktion – Leben und lernen in Bosnien e.V., Bottrop für die Schule Kruscnica die in einem Vorort von Jajce liegt. Hier luden wir zügig ab, tranken gern das angebotene
Wasser, machten Fotos und fuhren zum Marktplatz von Jajce. Hier trafen wir Fikret Cankar, Schulleiter einer anderen Schule in Jajce. Dieser erhielt eine Spende für das Frühstück für die Kinder der Schule,die arm / und oder Waisen sind und hungrig zur Schule kommen. Jürgen Krämeraus Bottrop (im vorigen Mitglied des Hilfstraanports) hatte das Situation dieser Kinder nach seiner letzte Reise mit dem Roten Kreuz nach Bihac thematisiert und gleich für Abhilfe gesorgt. Herr Cankar freute sich sehr über die finanzielle Hilfe, die Herbert Schröer ihm im Namen von Jürgen Krämer überreichte.
Eine Führung durch den Komplex bestätigte den Eindruck. Ich habe den Direktor und sein Team eingeladen sich in Deutschland Einrichtungen der Behindertenhilfe anzusehen. Ich will es gern bei Interesse organisieren.
Bei allen Informationen die wir erhielten, verging die Zeit und unser LKW, beladen mit Betten Nachtschränken, Bekleidung des Roten Kreuzes und Dreirädern der Aktionen – Stiftung für Menschen in Not, musste abgeladen werden.
Danach mussten wir uns leider verabschieden, da die Zeit, laut unseres Rotkreuzführers für diesen Transport, Bernd Schricker drängte und eine lange Rückfahrt anstand. 23.00 Uhr trafen wir wieder in Bihac ein.
01.08.2018
Gespräch mit dem Vizepräsidenten Klicik Husein in BiH und einer Mitarbeiterin des BIH Roten Kreuzes zum Thema Zoll für Hilfsgüter.
De Vizepräsident machte deutlich das ein neues Gesetz in Kraft ist. Es gibt nur wenige Ausnahmen bei Hilfsgütern., für die kein Zoll veranschlagt wird. Eine Liste der Gegenstände die zollfrei sind erhalten wir. Diese Liste sollte man bei jedem Transport als Beweis mitführen.
Vorher ist abzuklären, ob der Empfänger der Waren für die Zoll gezahlt werden muss, bereit ist die zu erwartenden Zollgebühren zu übernehmen.
Bei der Friseurausstattung sieht er ebenfalls nicht die Möglichkeit der Rücknahme der Gebühren.
Entweder die Übernahme der Waren anstreben und bezahlen oder die Waren dort lassen wo sie sind.
Auch das nationale Rote Kreuz hat keine Möglichkeit auf Gesetzgebungsverfahren einzuwirken. Sie verstehen ebenfalls die Vorgehensweise der Förderation nicht. Sie halten es für wichtig das wir in Deutschland unsere Dachverbände für das Thema sensibilisieren, damit diese eine Medienkampagne starten.
- Das Deutsche rote Kreuz
- Der Paritätische
- Bundesverband deutscher Stiftungen
- Labdoo.org
Amir Kurtovic ein engagierter mit viel kulturellem und geschichtlichen Wissen versehener Mann übersetzte das Gespräch
Nach diesem Gespräch traf Herr Ibrahim ein und wollte mich wegen der Duschliege, die die Stiftung von der Werkstatt Constantin erhalten hat und die er vor 2 Tagen für seine beh. Töchter Amela und Anela abholte, sprechen. Reinhard und ich fuhren mit ihm zu seinem Haus. In seiner Tischlerei die er allein betreibt, stand die Duschliege und ließ sich nicht in der Höhe verstellen. Wir testeten die Akkus, nichts tat sich , obwohl wir vorher geladen hatten. Da hatte Herr Ibrahim die Idee mit uns auf den Dachboden zu gehen und siehe, dort stand ein „deutscher“, alter Lifter, gewartet von der Fa. Luttermann, Essen.
Der Akku war baugleich, wir bauten ihn aus und bauten ihn bei der Duschliege ein und es funktionierte. Reinhard meinte, das neue Akkus gekauft werden müssen, darum werden wir uns in Deutschland kümmern. Anschließend lernten wir die schwerstmehrfacbehinderten Zwillinge Amela und Anela , geboren 1991 kennen. Sie liegen in der Regel im Bett.
Amela Ibrahim und Frau Ibrahim
Mit Amela konnten wir Kontakt aufnehmen, sie ist eine sehr fröhlich-aktive Frau. Während Anela so gut wie nicht spricht. Es waren bewegende Momente.
Zum Abschluss wurden wir genötigt, einen selbstgebrannten Apfel- und Birnenbrand zu trinken.
Wir versprachen uns wieder zu melden und verabschiedeten uns.
Der Nachmittag stand für mich u.a. im Zeichen der Friseurausstattung. Mit Ermin, dem Allrounder von Radosti Druzenja fuhr ich nach Bosanska Krupa zum Kommunalen Zentrum, zu Herrn Tatarevic.
Hier ist die Friseurausstattung zur Zeit eingelagert, ich wollte alle Unterlagen zu den veranschlagten Gebühren sehen. Er kopierte alles für mich und ich musste feststellen, wir brauchen eine finanzielle Lösung!!!
Im Anschluss besichtigten wir mit Herrn Tatarevic die Räume des angedachten Frizerski Salons.
Er wurde nicht in Betrieb genommen, da die Gemeinde, nach einem neuen Gesetz nicht mehr ausbilden durfte. Daraufhin wollten wir die Materialien nach Fojnica bringen, allerdings muss vorher der erhobene Zoll bezahlt werden: Über 2.000 € .
Nach Durchsicht der dort gelagerten Waren, stellte ich fest, es scheint noch alles vorhanden zu sein.
Wenigstens ein Trost. Doch leider - verursacht durch Handwerker – waren ein Teil der Waren mit Staub und leichtem Schutt verdreckt. Ich fragte Herrn Tatarevic nach der Ursache, er zeigte nur kurz auf ein Loch an der Decke. Letztendlich war ich froh, dass noch nichts verscherbelt wurde.
Und jetzt? Wie geht’s mit der Friseurausstattung weiter? Mein Vorschlag:
Ich werde den Bürgermeister Herrn Halitovic und den Verwaltungsrat vom Kommunalen Zentrum anschreiben und um eine Übernahme der Kosten bitten.
Den Vorstand der Einrichtung „drin“ in Fojnica werde ich ebenfalls anschreiben und ebenfalls um Kostenübernahme, mind. um eine Teilfinanzierung bitten.
Kleinere Arbeiten und Abreisevorbereitungen für das letzte gemeinsame Abendessen im „Pavillon“ in Bihac rundeten den Tag a.
02.02.18
6.00 Uhr aufstehen, den Rest packen, nach den Lkws sehen, frühstücken, Brote schmieren für die Rückfahrt. Ein letztes Foto am Haus und um 9.45 Uhr fuhren drei Lkws mit 2 Anhängern wieder vom Hof der Einrichtung „Radosti Druzenja“. 6.00 Uhr Ankunft beim Roten Kreuz im Kreis Ahrweiler.
Abschied nehmen
Alles ausladen, mit Reinhard fuhr ich nach Castrop zur Stiftung, setzte ihn dort ab und trank einen Kaffee beim Bäcker.
Danke an die Kollegen Werner, Bernd, Manni und Heinz vom Roten Kreuz KV Ahrweiler die den Transport möglich gemacht haben und an Reinhard von der Stiftung der einfach tatkräftig und engagiert dabei war.
Egal wie es mit dem Zoll aussieht es gibt es Bosnien noch viel Hilfedarf und dafür wollen wir da sein.
Die Bilder von den Menschen mit Behinderungen begleiten mich in meinen Gedanken.
Herbert Schröer
Hilde Domin (1909-2006)
Nicht müde werden
Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.
Aktion- Leben und Lernen in Bosnien e.V. Bottrop, .präsentiert gemeinsam mit der VHS Bottrop den Film
Ein Film, der viel über die aktuelle kulturelle, politische und soziale Lage in Bosnien und Herzegowina aussagt.
Der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien beschäftigt sich seit November 2014 mit den Problemen des Landes. 22 Jahre nach dem Krieg leben die Menschen in katastrophalen Umständen, Lebenskrisen aufgrund der Traumataerlebnisse in der zerspaltenen Gesellschaft. Die Arbeitslosigkeit beträgt 70%. Wegen der posttraumatischen Zuständen haben viele Menschen Suizid begangen.
Der blutige Bürgerkrieg hat Millionen Seelen zerstört.
Im Film geht es um die Geschwister, Rahima und Nedim, die Waisenkinder des Bosnien Krieges sind. Sie leben in Sarajevo, im Herzen Bosniens. Nach ihrer kriminellen Jugend hat Rahima Erfüllung im Islam gefunden und hofft, dass ihr Bruder ihrem Beispiel folgt. Doch ihr Überlebenskampf wird noch härter, als Nadim in eine Schlägerei mit einem Halbstarken gerät und dabei dessen teures Handy zerstört. Dieses Ereignis löst eine Kettenreaktion aus, an deren Ende Rahima entdeckt, dass ihr Bruder ein Doppelleben führt.
Wie es weiter geht, erfahren Sie am Dienstag, 07.11.2017, 19:00 – 21:45 Uhr
im Filmforum, an der Blumenstr. 12-14 46236 Bottrop
Der Eintritt ist frei.
Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen.
„Aktion –Leben und Lernen in Bosnien“ auf der Charitymeile
Am 24. September fand in der Bottroper Innenstadt die Charitymeile statt. Zu diesem Anlass präsentieren sich gemeinnützige Vereine unserer Stadt. Bei schönem Wetter, das viele Menschen anlockte, konnten wir unseren Verein vorstellen, auf unsere laufenden Aktionen aufmerksam machen und viele schmackhafte bosnische Spezialitäten anbieten. Unsere Vereinsmitglieder fanden tatkräftige Unterstützung durch zwei fleißige Helferinnen: Danke Evelyn und Nurhan! Ein Höhepunkt am Nachmittag war der Auftritt der bosnischen Tanzgruppe aus Essen. Auch der Oberbürgermeister Herr Tischler ließ es sich nehmen, unserem Stand einen Besuch abzustatten.
Es war wie eine Reise durch Europa und rund um die Welt – und dies auf engstem Raum. Zum wiedeholten Male fand auf der Kirchhellener Straße in Bottrop das Fest der Kulturen statt. Organisationen und Vereine, die die vielen unterschiedlichen Nationen vertreten, die in unserer Stadt eine Heimat gefunden haben, präsentierten Landestypisches bzw. gaben wissenswerte Informationen. Unser Verein gestaltete einen Stand zusammen mit der Gustav-Heinemann-Realschule. Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern, die zuletzt im Rahmen eines Austauschs Bosnien besucht hatten, zeigten auf Plakaten, die vielen tollen Erfahrungen, die sie machen durften. Gleichzeitig verkauften sie leckere, süße Spezialitäten. Der Erlös soll mithelfen, den Besuch der bosnischen Jugendlichen im kommenden Jahr zu finanzieren.
Unser Verein stellte die Spendenaktion für bedürftige Kinder in Bosnien in den Mittelpunkt. Es geht darum, ihnen die nötigsten Schulartikel und Sportsachen zu beschaffen, damit ein erfolgreicher Schulbesuch ermöglicht werden kann. Da das herrliche Sommerwetter zahlreiche Besucher zu einem Bummel zu den vielen Ständen auf dem Fest einlud, konnten wir in vielen Gesprächen auf unsere Intentionen und Aktionen aufmerksam machen.
In der Maisitzung 2017 luden sich die Vereinsmitglieder des Bottroper Vereins
erfahrene Bosnienhelfer ein: Seit mehr als 25 Jahre wirken Heribert und Ursula Hölz in
Bosnien und tun Gutes. Geprägt durch eigene Erlebnisse als Kind im II. Weltkrieg, konnte Heribert Hölz sich gut in die Lage der Menschen in Exjugoslawien versetzen, die einen unberechenbaren, fürchterlichen Krieg erleben musste. Ihm war schnell klar, hier will ich helfen. Das zerstörte Bosnien – Herzegowina, die traumatisierten Menschen, die verschiedenen Ethnien, und Religionen, veränderten durch den Krieg Alles. Was vorher funktionierte, wurde zum Chaos.
Das Dayton Abkommen führte zum Frieden, aber auch zu einem fast unregierbaren Land:
Verschiedene Teilrepubliken, 3 Ministerpräsidenten und 150 Minister führen nicht zu einer geschlossenen Haltung, um das Land gemeinsam weiter zu entwickeln.
Das Ehepaar und Hölz und zahlreiche weitere MitstreiterInnen ließen sich nicht entmutigen und entwickelten kreative Hilfen für die Menschen, die zum Teil bitterarm sind:
Obstbäume wurden gepflanzt, in riesigen Mengen Marmelade gekocht, Patenschaften für Familien entwickelt, Suppenküchen eingerichtet, landwirtschaftliche Perspektiven entwickelt und immer wieder „Hilfe zur Selbsthilfe“ organisiert.
Eine „Never ending Story“, weil es keine Entwicklung in der Wirtschaft gibt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Übrig bleiben oftmals die alten und gebrechlichen, nicht mobilen Menschen. Ein Trauerspiel mitten in Europa. Weitere kreative, grundlegende Hilfen sind notwendig.
Daran will sich der Bottroper Verein weiterhin orientieren und seine Aktivitäten im Bereich Bildung vorantreiben.
Für die Vereinsmitglieder war es eine kurzweilige Veranstaltung, die sie darin bestärkte, auf dem richtigen Weg zu sein. Es gibt noch viel und lange etwas zu tun. Die Menschen in Bosnien und Herzegowina benötigen unsere Hilfe.
Danke Ursula und Heribert Hölz für die eindrucksvolle Darstellung ihrer langjährigen Arbeit und der Situation in Bosnien und Herzegowina.
Es gibt viel zu tun!
HeSch 18.05.17
22.10. 2016
Abfahrt mit einem Anhänger (Danke Uli Fittkau), beladen mit 20 PC‘s und Monitoren, sowie Textilien für die Tagesförderschule für Kinder und Jugendliche mit
Behinderungen in Bihac. Mein erstes Etappenziel war die Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Ahrweiler. Hier erwarteten mich Manni und Werner, zwei Veteranen der „Humanitären Auslandshilfe“ des DRK Kreisverbandes Ahrweiler. Viele Fahrten mit Hilfsgütern haben Sie schon nach Albanien, in die Ukraine oder nach Bosnien gebracht. Dieses Mal ist das größte „Paket“ das transportiert werden muss, ein schöner, gebrauchter Transitbus , für Radosti Druzenja. Das ist die Tagesförderschule in Bihac, die unser Projektpartner für das Inklusionsprojekt an der Schule „Druga Osnovna Skola“ in Bosnska Krupa sein wird. Schnell verpackten wir alles aus dem Anhänger in den Bus, weiteres, wie z.B. eine kleine Orgel, für eine Kirchengemeinde, kamen hinzu. Morgen früh soll es losgehen, vorher gab es in einem Schnellimbissrestaurant ein kleines Mahl zur Stärkung, bevor es in die Nachtruhe ging.
Im Juli waren Amela Halilovic und Herbert Schroer in Bosnien um die Sondierungsgespräche für den Aufbau einer Inklusionsschule in Bosanska Krupa durchzuführen.
Ergebnisse dieser Gespräche hier nun in Herberts Reisebericht
Was ist der Grund der Reise?
Seit mehr als 4 Jahren arbeite ich ehrenamtlich für die „Aktionen -Stiftung – für Menschen in Not“ in Castrop-Rauxel, um z.B. arme, bedürftige und behinderte Menschen in Deutschland und Osteuropa zu unterstützen. In Bosnien haben wir mit dem vor 1 1/2 Jahren gegründeten Bottroper Verein “ Aktionen – Leben und Lernen e.V. eine neue Heizung für eine immer wieder überschwemmte Schule in Bosanska Krupa, Bosnien gebaut.
Ab 2017 wird es in einem Projekt darum gehen, für die Kinder mit Behinderungen die in dieser Schule einfach nur „geparkt“ werden, die Bedingungen so zu verändern, dass sie schulische Bildung erfahren können. Das bedeutet folgendes:
- Wir möchten die Schule barrierefrei umbauen und gestalten.
- Alle LehrerInnen sollen für den Unterricht von Kinder mit Behinderungen, also für einen Inklusionsunterricht, fortgebildet und qualifiziert werden.
- Die notwendigen Lehr- und Lernmittel werden angeschafft.
- Die Schule wirbt um auch um die Kinder mit Behinderungen in Bosanska Krupa, die bisher noch nicht beschult.
- Wir wollen qualifiziertes Zusatzpersonal einstellen.
Hierzu wollen wir finanzielle Mittel des BM fü wirtschaftliche Zusammenarbeit beantragen. Bosnien gehört nicht der EU an. Um diese Mittel zu erhalten, muss ein kompetenter Partner vor Ort gefunden werden. Dazu haben wir ersten Kontakt mit dem Verein „Radosti Druzenja“ in Bihac, der Kantonshauptstadt, Nähe Bosanska Krupa, aufgenommen: Dieser Verein betreibt seit Jahren eine Tagesförderschule für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderungen. Vor Ort treffe ich mich mit meiner Kollegin, der ersten Vorsitzenden vom Verein ALuLiB, Amela Halilovic um Voraussetzungen für die Verwirklichung des Projektes zu prüfen.
Am Sonntagmorgen dem 24.07.16 geht es um 6.15 Uhr in Ahrweiler mit Werner und Manni vom Roten Kreuz Bad Neuenahr-Ahrweiler, einem Mercedes 7,5 Tonner plus Anhänger und einem Bulli mit Anhänger, alles voll beladen mit Hilfsgütern wie Pflegebetten , Rollstühle, Windeln, Kleidung usw. gen Bihac los. Das Rote Kreuz Ahrweiler unterstützt den Verein in Bihac seit Jahren auf verschiedenste humanitäre Art und Weise.
Die Fahrt, 1300 km bei Tempo 80 und regelmäßig rotierenden Fahrern, verlief weitestgehend störungs- und staufrei: Frankfurt, Passau, Linz, Graz, Maribor, Zagreb, kroat./bosn. Grenze bei Prnjavor, Bihac. Halt, Bihac wurde noch nicht erreicht. Denn……
….der kroatische Zoll, sagte o.k., die kroatische Polizei sagte o.k., aber nicht unsere bosnischen Freunde. Für die gesamte Ladung wurden Deklarationslisten für die mitgeführten Waren erstellt und abgegeben. Diese werden mit einer ansässigen Spedition tagsüber mit der Ware durch den Zoll gecheckt. Das dauert einige Stunden, ist aber die Normalität. Mit dem leergeräumten Bulli wollten wir gern zu unserer Unterkunft in Bihac weiterfahren. Das ging leider nicht, weil die Papiere des Bullis und des Anhängers keine Originalpapiere waren. Das bedeutete, alles blieb an der Grenze. Man machte uns zwar den Vorschlag, dass wir uns die Originalpapiere schicken lassen sollten, wer allerdings die Postverhältnisse kennt, weiß, dass die Post in einigen Wochen oder nie ankommt.
Wir fuhren gegen 6.00 Uhr morgens am 25.07.16 (nach 24 Stunden Fahrzeit) nach Bihac zur Tagesförderschule und schliefen 2 Stunden, frühstückten und sagten Mirsada Hodzic, der ersten Vorsitzenden des Vereins und Mutter einer behinderten Tochter „Guten Morgen“ und machten uns wieder auf den Weg zur Grenze. Ach ja, es sei noch kurz bemerkt, dass auch Elvira Mitglied des Vorstandes und Mutter eines behinderten Sohnes uns kurz begrüßte.
Auch hier ist es so, dass oftmals Frauen als Pioniere für Fortschritte in der Behindertenhilfe sorgen.
Eine kurze Statistik zu unseren kroatisch bosnischen Grenzübertritten auf der Hinreise:
Wir dachten jetzt, wir sind jetzt bekannt wie bunte Hunde.
Dass dieses nicht der Fall war, erfuhren wir bei unserer Rückreise.
Nach entsprechender Wartezeit und einigen Beobachtungen (Einige trugen „merkwürdige Sachen“ zum Zoll, bzw. zu den Spediteuren die mit dem Zoll zusammenarbeiten: Taschen mit Flaschen, eine halbe Bananenstaude und anderes mehr???)
Auch wir waren nach Stunden erfolgreich: Erst konnten wir den Lkw mit Anhänger von der Last der Pflegebetten, der Rollstühle, Bekleidung und Spielzeug entlasten, später luden wir alles aus dem Bulli plus Anhänger auf den Lkw und brachten das Material zur Tagesförderschule.
Fleißige HelferInnen vom Verein und vom Roten Kreuz halfen auszuladen und alles gut zu stapeln, um die Schweißbäche, die bei der Hitze flossen in Grenzen zu halten.
Ein Abendessen mit Mitgliedern des Vereins am schönen Fluss Una entlohnte uns für die Strapazen.
Bisher habe ich noch nichts über die Kinder /jungen Erwachsene mit Behinderungen die eigentlich in der Tagesförderschule sind berichtet. Zu meinem Leidwesen wurde mir gesagt, es sind Ferien, alle sind zu Hause. Schade! Ich wollte mir ein Bild über die Arbeit in dieser Schule machen. Eine logische Erklärung gab es: Die Hilfstransporte finden nur in der Ferienzeit statt, da die Räumlichkeiten als Lager und Verteilmöglichkeit genutzt werden können. Bilder und Filme über die Arbeit, sowie Erzählungen mussten jetzt erst einmal ausreichen.
Allerdings werde ich mir die Tagesförderschule im Betrieb zu einem späteren Zeitpunkt ansehen, um die Menschen zu erleben zu erleben und um zu erleben, wie dort praktisch gearbeitet wird.
26.07.16
Ein neuer Tag, ein wichtiger Tag, ist schon einige Stunden alt. Der Himmel ist grau und unten von der Straße klingt Autolärm hoch ins oberste Stockwerk der Tagesförderschule, wo wir schlafen. Die Waggons auf dem nicht mehr in Betrieb stehenden Bahnhof stehen seit vielen Jahren Güterwaggons auf den Gleisen mit den Oberleitungen und verrotten. Einmal am Tag, so wurde uns gesagt, fährt eine Diesellok einen Zug nach Bosanska Krupa, in die Stadt, in der „unsere Schule“ steht.
Warum hat man nach diesem entsetzlichen Krieg der Bahn nicht wieder Leben eingehaucht? Eine Frage zu diesem Land, neben vielen Fragen. Ich gehe stadtauswärts 45 Minuten joggen und schaue mir dabei das erwachende Leben an, um anschließend mit den Kollegen Werner und Manni zu frühstücken.
Später bereite ich mich auf das um 12.00 Uhr stattfindende Gespräch zwischen Vertreterinnen des Vereins „Radosti Druzenja“, Amela Halilovic als Vertreterin des Bottroper Vereins „Aktion – Leben und Lernen in Bosnien e.V“ und mir, der in dieser Runde die Interessen der „Aktionen – Stiftung für Menschen in Not“ wahrnimmt, vor.
Wir wollen in diesem Gespräch überprüfen, ob „Radosti Druzenja“ die Kriterien für eine Projektpartnerschaft für die Umgestaltung der o.g. Schule zu einer barrierefreien Schule für alle Kinder erfüllen kann. So wie es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit vorgesehen ist. Heute werden „Bildungs“- Weichen für alle Kinder mit Behinderungen in Bosanska Krupa gestellt.
Was wurde besprochen?
Der Verein stellte seine bisherigen Aktivitäten vor. Motivation, Planung, fachliche Kenntnisse, Projekterfahrungen, pädagogische Fragen, Organisation und Leistungen, Wirtschaftsplanung… Aber auch Visionen, Emotionen und Engagement waren uns wichtig zu hinterfragen.
Zu all diesen Punkten hatten wir uns vorbereitet und stellten Fragen. Die Antworten waren ausführlich, die Übersetzung durch Alisa gut.
In unserer Nachbereitung stellten Amela H. und ich übereinstimmend fest, dass wir ungeheuren Respekt vor den Leistungen der Vereinsmitglieder unter den Bedingungen die in diesem Land herrschen, haben. Schon vor dem Krieg, also zu Zeiten Jugoslawiens wurde angefangen, Angebote für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln. Dann machte der Krieg alles zunichte. Nach dem Krieg machten überwiegend Mütter von Kinder mit Behinderungen weiter. Ein Starthilfeprojekt der Aktion Mensch mit Unterstützung der Lebenshilfe Ahrweiler trug zum Fortschritt bei. Auch die regelmäßige Unterstützung des Roten Kreuzes Ahrweiler möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Auf meine Frage, was sie sich von der Projektträgerschaft (außer der zusätzlichen Arbeit) versprechen, antwortete Mirsada Hodzic wie folgt: „Wir wollen lernen, verändern, verbessern.
Ihnen Allen geht es um eine Veränderung der Gesamtsituation der Menschen mit Behinderungen in diesem Land.
Amela Halilovic und ich stellten jetzt das geplante Projekt „Eine Schule für alle Kinder in Bosanska Krupa„vor. Wir wollen nicht mehr zulassen, dass Kinder mit Behinderungen in der „Druga Osnovna Skola“ nicht mehr im Unterricht nur dabeisitzen, sondern dass sie wie alle anderen Kinder Elvira und Mirsada vom Vereinsvorstand entsprechend ihren Potentialen gefördert, gebildet, qualifiziert werden. Wir wollen das die UN BRK umgesetzt wird.
Dazu brauchen wir den barrierefreien Umbau der Schule, auch mit der Einrichtung von Pflegeräumen usw. Alle LehrerInnen sollen in den Fragen der Didaktik, Methodik, der gesamten Inklusionspädagogik fortgebildet werden.
Es sollen die notwendigen barrierefreien Lern – und Lehrmittel angeschafft werden. Fachpersonal wie Inklusionsassistenten, Inklusionspädagogen usw. werden benötigt.
Ferner sollen alle Kinder mit Behinderungen zur Schule gehen. Dazu ist es notwendig Eltern und Angehörige davon zu überzeugen. Hierzu muss eine Bestandserhebung erfolgen und ein Konzept erstellt werden.
All dieses wurde nicht nur vorgestellt, sondern auch ausführlich diskutiert, die Gespräche nahmen somit etliche Stunden in Anspruch. Letztendlich waren wir erschöpft, aber auch zufrieden. Hinter allen Punkten konnten wir einen Haken machen.
Wir haben erfahren, das engagierte und kompetente Menschen am Werk sind.
Amela und ich haben ein gutes Gefühl. Sie fuhr wieder zu Ihrer Familie, die zur Zeit in der alten Heimat Urlaub macht, ich ging zu den Kollegen und berichtete.
Morgen geht es mit einem Termin im Bildungsministeriums des Kantons Una Sana hier in Bihac weiter.
27.07.16
Mirsada Hodzic, Amela Halilovic und ich machten uns gegen 10.30 Uhr auf den Weg zum Bildungsministerium. Dort empfing uns der Bildungsminister höchstpersönlich. Anwesend war auch der zuständige Referent für Inklusion, Herr Kresso.
Was ist der Anlass unseres Gespräches. Unser deutsches Entwicklungshilfeministerium finanziert Personal in derartigen Projekten nur anteilsmäßig. Das heißt im 1. Jahr 100%, im 2.Jahr 60% und im 3.Jahr 30%, darüber hinaus muss eine Garantie gegeben werden, das eingestelltes Personal auch über das Projektende weiter beschäftigt wird. Diese Vorgaben sind aus unserer Sicht korrekt.
Wir konnten unsere Vorstellungen für das Projekt ausführlich darlegen. Amela Halilovic war so nett, meine deutschen Aussagen zu übersetzen. Wir betonten sehr, dass Bosnien die UN Menschenrechtskonvention für Menschen mit Behinderungen (UN BRK) unterschrieben hat und sich somit verpflichtete, Inklusion zu verwirklichen. Wir sagten, dass eine Modellschule für Inklusion geschaffen wird auf die Gesamt Bosnien blicken wird und stolz sein kann. Der erste Eindruck im Gespräch war interessiert. Allerdings wurde nach einer Stunde deutlich, dass das Ministerium kein, bzw. nur geringes Interesse an einer Veränderung des Status quo hat. Falsche Behauptungen über Maßnahmen und Beschulungen von Kinder mit Behinderungen wurden uns entgegengehalten. Mirsada Hodzic, der die Lage im Land bestens vertraut ist, hielt dagegen, Ihre Argumente wurden ignoriert. Der Minister agierte nach dem Motto, „Was nicht sein darf, kann auch nicht sein“. Man ließ uns regelrecht auflaufen. Ziemlich frustriert verließen wir nach mehr als 2 Stunden das Gebäude.
28.07.16
Gespräch im bosnischen Fernsehen. 12.00 Uhr TV „Mittagsmagazin“ oder so ähnlich. Mirsada Hodzic, Amela Halilovic und ich hatten Gelegenheit, bei einer Livesendung eine halbe Stunde lang unser Projekt vorzustellen und die Fragen der Moderatorin zu beantworten. Ein wichtiges Stück Öffentlichkeitsarbeit. Es war ein schönes, ein gutes Gefühl, das Projekt „Eine Schule für ALLE Kinder in Bosanska Krupa“ den bosnischen TV - ZuschauerInnen zu präsentieren.
Die Sendung hat für Interessierte, jeweils Amela und ich auf einem USB Stick.
Abends gab es ein Abschiedsessen an der UNA, dann wurde gepackt.
29.07.16
Um 8.00 Uhr kamen Mirsada und Alisa zur Verabschiedung, ein letzter (starker) bosnischer Kaffee machte uns fit für die Rückreise.
An der Grenze nach Kroatien gab es noch ein Erlebnis der besonderen Art: Nachdem wir an der Grenze mit dem Lkw plus Anhänger bosnischen Zoll u. Polizei, sowie kroatischen Zoll u. Polizei passiert hatten, nahmen wir den auf der kroatischen Seite befindlichen Bulli mit Anhänger in Betrieb und fuhren los. Nach 2 km stoppte uns die kroatische Polizei mit Blaulicht und „baten“ uns wieder zur Grenze zurück zu fahren. Ohne Angaben von Gründen. Wir leisteten zweckmäßiger Weise keinen Widerstand und taten wie befohlen. An der Grenze gab es eine konzertierte Aktion der bosnischen und kroatischen Grenzbeamten. Man ließ sich die (leeren) Ladeflächen zeigen. Man ging zur Beratung weg, man kam wieder, man redete: „Sorry, alles ein Missverständnis!“ Die Reise ging endlich – ohne Polizeieskorte – weiter.
Weiter in einen Stau, in einen Stau und immer wieder in einen Stau.
Urlauber – Rückreisewelle. Wir hofften um 5.00 Uhr nach 20 Stunden in Ahrweiler zu sein.
30.07.16
7.00 Uhr Ankunft in Ahrweiler. 23 Stunden waren wir unterwegs. Jeder von uns hat im Bulli mal 1-2 Stunden geschlafen. Manni hatte seine Frau um 6.00 Uhr an getickert, so, dass wir um 7.00 Uhr Kaffee und belegte Brote bei ihm zu Hause bekamen. Das war Klasse.
Nachdem ich noch bei Werner duschen konnte, wir hatten teilweise mehr als 30 Grad unterwegs im Auto, alles ohne Klimaanlage, fuhr ich gen Heimat.
Es war eine anstrengende, aber interessante und wichtige Reise.
Ein „Danke schön“ geht an Werner für die Idee meines Mitreisens und an den Wegbegleiter Manni.
Wie geht es weiter mit unserem Projekt?
Werner hat mir angeboten Anfang Oktober mit ihm einen gebrauchten Transit für „Radosti Druzenja“ zu überführen. Ich hätte dann die Gelegenheit, die Tagesförderschule mit ihren Menschen in Aktion zu sehen.
Schließlich geht es um die Menschen mit Behinderungen und die Arbeit mit Ihnen in der Tagesförderschule. Das möchte ich sehr gern kennen lernen.
Hoffentlich klappt es mit der Überführung, Amela und ich bereiten einen Kurzantrag mit einer groben Schätzung für die Gesamtkosten des Projekts für das BMZ vor, damit Haushaltsmittel in 2017 nach einer Antragsbewilligung zur Verfügung stehen.
Der Vorstand der Stiftung in Castrop und die Mitglieder des Vereins in Bottrop werden informiert.
Noch ein Satz zur Finanzierung des Projektes: Bis zu 75% kann das BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit über einen gestellten Antrag bewilligen, 15% trägt nach Zusage des Bürgermeisters von Bosanska Krupa die Gemeinde, 10% werden die Stiftung und der Verein über eine Spendensammlung bereitstellen müssen.
Weitere Infos:
www.stiftung-min.de u. Facebook
www.aktion-bosnien.eu u. Facebook
H. Sch. 09.08.16